Ukrainische Opernstars in der Kritik: Schweizer Gastspiel nach 'Schwanensee'-Debatte abgesagt.

Ukrainische Opernstars in der Kritik: Schweizer Gastspiel nach 'Schwanensee'-Debatte abgesagt
Ukrainische Opernstars in der Kritik: Schweizer Gastspiel nach 'Schwanensee'-Debatte abgesagt

Sturm der Entrüstung nach Ballett-Auftritt

Nach Angaben von TSN.ua: Die ukrainischen Solisten Serhij Krywokon und Natalija Mazak vom Nationalen Opernensemble stehen nach ihrem Auftritt in einer Produktion von 'Schwanensee' in der Kritik. Die Inszenierung stammt vom russischen Choreografen Lew Iwanow. Der öffentliche Aufschrei, den ihr Mitwirken auslöste, hatte konkrete Folgen: Die für ein Gastspiel in der Schweiz gebuchten Vorstellungen wurden kurzerhand abgesagt.

Krywokon und Mazak, beide prominente Mitglieder der Nationaloper, hatten sich dem United European Ballet angeschlossen, um klassisches Ballett zu präsentieren. Angesichts der heftigen Reaktionen in der ukrainischen Öffentlichkeit wurden die geplanten Tourneeauftritte jedoch gestoppt. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass die Nationaloper Kiew bereits zuvor beschlossen hatte, Werke russischer Komponisten aus ihrem Spielplan zu streichen – eine Maßnahme, die als Reaktion auf den Krieg eingeführt wurde und die aktuelle Situation zusätzlich prägt. Die Entscheidung zeigt die schwierige Gratwanderung zwischen künstlerischer Freiheit und politischer Verantwortung in Kriegszeiten.

Unwissenheit des Theaters und gesellschaftliche Debatte

Die Führung der Nationaloper bestätigte, dass den Künstlern der Auftritt lediglich im Rahmen eines gesetzlich zulässigen Urlaubs ermöglicht wurde. Von ihren konkreten Plänen, insbesondere der Aufführung russischer Klassiker, habe das Theater im Voraus nichts gewusst. Der Vorfall löste dennoch eine breite gesellschaftliche Debatte über kulturelle Verbindungen und die Wahl des Repertoires unter Kriegsbedingungen aus.

Dieser Fall veranschaulicht die enormen Herausforderungen, vor denen die ukrainische Kulturszene im Kontext des Krieges und der Beziehungen zu Russland steht.

— Experte für Kulturpolitik

Die Entfernung russischer Werke aus den Programmen ist Teil einer umfassenderen Politik der kulturellen Dekolonisation in der Ukraine. In dieser aufgeheizten Stimmung sehen sich Künstler einem besonderen Druck ausgesetzt; jeder einzelne Schritt wird intensiv öffentlich diskutiert und bewertet.


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