Ukrainischer Schrott-Export explodiert – eine Gefahr für die heimische Stahlindustrie.
Dramatische Steigerung bei Schrottausfuhren
Nach Angaben von TSN.ua: Die ukrainische Stahlbranche schlägt Alarm: Der Export von Metallschrott hat sich innerhalb weniger Jahre vervielfacht. Alexander Kalenkow, Präsident des Branchenverbands "Ukrmetallurgprom", legte besorgniserregende Zahlen vor und berichtete von laufenden Konsultationen mit der EU-Kommission über mögliche Exportbeschränkungen. Demnach schnellten die Ausfuhren von 50.000 Tonnen im Jahr 2022 auf 450.000 Tonnen im Jahr 2025 empor. Paradoxerweise herrscht im selben Zeitraum im Inland ein spürbarer Mangel: Das Defizit an benötigtem Schrott wird für 2025 auf 200.000 Tonnen geschätzt. Diese Entwicklung gefährdet die Grundversorgung der einheimischen Metallverarbeitung.
Kalenkow bezifferte die finanziellen Folgen für die Industrie drastisch: Durch den gestiegenen Schrottexport seien den Stahlunternehmen im Jahr 2025 etwa 700 Millionen US-Dollar an Deviseneinnahmen entgangen.
„Die Verluste für den Staat durch den wachsenden Schrottexport sind offensichtlich“, stellte er klar.Die gestiegene Ausfuhr geht somit direkt zu Lasten der heimischen Wertschöpfung.
Lieferengpässe trotz Rekordexporten
Ein Blick auf die Handelsströme verdeutlicht das Problem: Allein 2024 lieferte die Ukraine 350.000 Tonnen Schrott nach Polen. Dieser Menge steht ein polnischer Gesamtmarkt von fast 7 Millionen Tonnen gegenüber – aus Polen selbst wurden zudem rund 3 Millionen Tonnen Metallschrott exportiert.
„An die ukrainischen Unternehmen wurde weniger Schrott geliefert, als benötigt wird“, betonte Kalenkow.Die heimische Industrie steht im Wettbewerb mit ausländischen Abnehmern und verliert.
Als einen Lösungsansatz nannte Kalenkow die Gespräche auf europäischer Ebene.
„Die Konsultationen wurden offen geführt, alle waren informiert. Auf der Ebene Brüssels und der EU-Kommission fanden wir für dieses Anliegen Verständnis“, so der Verbandspräsident.Die internationale Zusammenarbeit wird als entscheidender Hebel gesehen, um die Versorgung der ukrainischen Wirtschaft zu sichern. Ohne ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Export und Eigenbedarf drohen der Schlüsselindustrie weitere schwere wirtschaftliche Schäden, die ein rasches Handeln von Staat und Unternehmen erfordern.
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