Fukushima: Wie sich Kreuzungen aus Wild- und Hausschweinen an die Radioaktivität anpassen.
Neue Bewohner in der Sperrzone
Nach Angaben von TSN.ua: In der menschenleeren Evakuierungszone um Fukushima haben sich Hybriden aus wildlebenden Keilern und entlaufenen Hausschweinen angesiedelt. Eine Studie zeigt, dass sich diese Tiere erfolgreich an die radioaktiv belastete Umwelt angepasst haben. Die Katastrophe im Atomkraftwerk Fukushima im Jahr 2011 führte dazu, dass große Teile der Region von der Bevölkerung geräumt wurden – eine ungewollte Chance für die Tierwelt.
Erschreckende Werte und eine wachsende Population
Die Untersuchung von Gewebeproben ergab alarmierende Befunde: Die Konzentration von radioaktivem Cäsium-137 im Gewebe der Wildschweine lag mehr als das 300-fache über dem sicheren Grenzwert. Die Forschung basiert auf der Analyse von Proben, die zwischen 2015 und 2018 von 191 Wildschweinen und 10 Hausschweinen entnommen wurden. In der Abwesenheit des Menschen breiteten sich die Mischlinge aus Schwein und Keiler rasch aus.
Experten gehen davon aus, dass solche Kreuzungsprozesse zwischen wilden und domestizierten Schweinen auch in anderen Weltregionen vorkommen könnten. Donovan Anderson betonte:
„Wir möchten hervorheben, dass dieser Mechanismus wahrscheinlich auch in anderen Teilen der Welt existiert, in denen sich Wild- und Hausschweine vermischen.“Die gewonnenen Erkenntnisse sind laut Shingo Kaneko bedeutsam für das Wildtiermanagement und für Strategien zur Schadensbegrenzung durch invasive Arten. Sie bieten eine Grundlage für weitere Forschungsarbeiten auf diesem Gebiet.
Die Studie zur Hybridisierung in den kontaminierten Gebieten Fukushimas unterstreicht, wie wichtig die Beobachtung von Wildtieren in verstrahlten Zonen ist. Wo der menschliche Einfluss schwindet, können sich Tiere an extreme Bedingungen anpassen – was wiederum neue ökologische Herausforderungen mit sich bringt. Die Ergebnisse könnten als Modell dienen, um die Auswirkungen von Umweltverschmutzung auf die Biodiversität und das Ressourcenmanagement in ähnlich betroffenen Regionen weltweit zu untersuchen.
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