Indien bricht Rekord bei Ölimporten aus Saudi-Arabien – was bedeutet das für Russland?.
Rekordmengen aus Riad statt Moskau
Nach Angaben von TSN.ua: Indien wird im Februar so viel Rohöl aus Saudi-Arabien importieren wie seit über vier Jahren nicht mehr. Die erwartete Menge von 1,0 bis 1,1 Millionen Barrel pro Tag markiert einen deutlichen strategischen Schwenk. Dieser erfolgt unter dem zunehmenden Druck der USA, die Einfuhren aus Russland zu reduzieren. Die Neuausrichtung der indischen Energiepolitik spiegelt die veränderten geopolitischen Realitäten wider.
Gleichzeitig dürften die russischen Lieferungen nach Indien bei etwa 1,2 Millionen Barrel pro Tag liegen. Das Land war nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine 2022 zu einem der größten Abnehmer von russischem Öl aufgestiegen, mit Spitzenwerten von rund 2 Millionen Barrel täglich. Prognosen deuten jedoch auf einen Rückgang auf 800.000 bis 1 Million Barrel pro Tag im März 2024 hin – ein klares Signal für eine schrittweise Diversifizierung.
Raffinerien unter Druck und wirtschaftliche Folgen
Die indischen Raffinerien haben Anfang Februar 2024 bereits damit begonnen, Angebote für russisches Rohöl abzulehnen. Zudem steht die Nayara Energy Ltd.-Raffinerie für planmäßige Wartungsarbeiten im April und Mai an, was die Importmengen zusätzlich beeinflussen wird. Die Entwicklung zeigt, wie stark externe Faktoren die Beschaffungsstrategien prägen.
Die Einnahmen Russlands aus Öl und Gas sind inzwischen auf Pandemie-Niveau eingebrochen, was auch auf die nachlassende Nachfrage wichtiger Partner wie Indien zurückzuführen ist. Der politische Druck aus Washington hat sich zuletzt noch einmal verstärkt, was die Anpassung der indischen Energiepolitik weiter beschleunigt.
Der Rekordimport aus Saudi-Arabien ist somit mehr als nur eine kurzfristige Marktreaktion. Er steht für einen strategischen Kurswechsel, mit dem Indien seine Abhängigkeit von russischen Energielieferungen verringern und sich breiter aufstellt. Diese Entwicklung ist Teil eines globalen Trends, bei dem Staaten ihre Lieferketten angesichts unsicherer geopolitischer Rahmenbedingungen neu justieren. Die weiteren Verschiebungen auf dem globalen Ölmarkt bleiben aufschlussreich.
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