Brigadekommandeur über Fahnenflucht: Wer desertiert, verrät seine Kameraden.

Brigadekommandeur über Fahnenflucht: Wer desertiert, verrät seine Kameraden
Brigadekommandeur über Fahnenflucht: Wer desertiert, verrät seine Kameraden

Vorgesetzte schlagen Alarm wegen Desertionen

Nach Angaben von TSN.ua: Der Kommandeur der 54. mechanisierten Brigade "Hetman Iwan Masepa", Wadym Tschernyj, warnt vor den schwerwiegenden Folgen von Fahnenflucht. Er betont, dass Soldaten, die sich dem Dienst entziehen, nicht nur sich selbst, sondern vor allem ihre Kameraden an der Front in Gefahr bringen. Für Tschernyj ist eine Flucht in den Sonderreservestatus (SRS) ein schweres Vergehen, das er klar verurteilt:

«Für mich hat ein Soldat, der in den SRS flieht, in erster Linie seine Kameraden im Stich gelassen, nicht seinen Kommandeur.» - Wadym Tschernyj

In der Ukraine könnten bereits im März schärfere Restriktionen für Dienstverweigerer und Personen im SRS-Status in Kraft treten. Die Debatte gewinnt an Schärfe, seitdem Daten über die genaue Zahl der Fahnenflüchtigen nicht mehr öffentlich zugänglich sind. Tschernyj berichtet von Fällen, in denen selbst unerfahrene Soldaten ohne nachvollziehbaren Grund desertierten:

«Ich hatte Fälle, in denen Fahrer, die nie einen Schützengraben gesehen hatten, aus unerfindlichen Gründen in den SRS gingen.» - Wadym Tschernyj

Der Ruf nach Gerechtigkeit im Militär

Der Brigadekommandeur pocht darauf, dass jeder einzelne Fall von Fahnenflucht individuell aufgearbeitet werden muss. Ein zentrales Anliegen ist für ihn die Wahrung der Gerechtigkeit innerhalb der Truppe. «Das schmerzhafteste Thema ist die Frage der gesellschaftlichen Gerechtigkeit», so Tschernyj. Er ruft Soldaten, die unter inkompetenten oder verantwortungslosen Vorgesetzten leiden, dazu auf, sich an die Meldehotlines des Verteidigungsministeriums, der Staatsanwaltschaft oder des Sicherheitsdienstes zu wenden:

  • «Wenn der Kommandeur, wie es heißt, ein 'Schlächter' ist und so weiter. Dann führe den Befehl nicht aus – ruf die Hotline an.»

Die Desertionswelle belastet die Moral in der ukrainischen Armee erheblich und stellt die Führung vor große Herausforderungen. Die geplanten strengeren Maßnahmen zeigen den Willen, die Disziplin wiederherzustellen und die Wehrpflicht durchzusetzen. Die Diskussion um Gerechtigkeit unterstreicht zugleich die Notwendigkeit, die Rechte der Soldaten zu wahren und Missstände zu beseitigen – beides ist für die Kampfkraft der Einheiten entscheidend. Die Situation spiegelt die immense Belastung wider, unter der die ukrainischen Streitkräfte nach über zwei Jahren Krieg stehen.


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