ISW-Analyse entlarvt russische Übertreibungen zu Front-Erfolgen.
Desinformation als Teil der Kriegsführung
Nach Angaben von TSN.ua: Im Rahmen seiner kognitiven Kriegsführung verbreitet der Kreml weiterhin Meldungen über angebliche militärische Erfolge. Analysten des Institute for the Study of War (ISW) stellen diese Darstellungen jedoch klar in Frage. So behauptet etwa der Leiter der Hauptoperativen Verwaltung des russischen Generalstabs, Serhij Rudskoj, Russland habe seit Beginn des Jahres 2026 rund 900 Quadratkilometer Gebiet und 42 Ortschaften eingenommen. Den Erhebungen des ISW zufolge fallen die tatsächlichen Geländegewinne der russischen Truppen jedoch deutlich geringer aus.
Klaffende Lücke zwischen Propaganda und Realität
Laut ISW konnten russische Streitkräfte seit Jahresbeginn 2026 lediglich 19 Ortschaften und 572 Quadratkilometer unter ihre Kontrolle bringen. Dies steht in eklatantem Widerspruch zu Rudskojs Angaben von 900 Quadratkilometern und 42 Orten. Für das Jahr 2025 meldete der russische Generalstab die Einnahme von über 6700 Quadratkilometern und mehr als 300 Ortschaften. Nach ISW-Schätzungen waren es tatsächlich nur 252 besetzte Orte.
Bis zum 20. Februar 2026 sollen russische Truppen nach diesen Angaben folgende Gebiete erobert haben:
- 26 Ortschaften in der Oblast Sumy;
- 15 Ortschaften in der Oblast Charkiw.
Demgegenüber verzeichnet der ISW insgesamt nur 19 seit Jahresbeginn eingenommene Ortschaften. In der Oblast Saporischschja sollen russische Einheiten laut den Informationen 99 Quadratkilometer und drei neue Ortschaften erobert haben. Im Westen dieser Region gelang den russischen Kräften seit November 2025 lediglich die Besetzung von zwei Orten.
Die russischen Behauptungen zu territorialen Gewinnen erweisen sich somit als weitgehend haltlos. Die tatsächlichen Resultate der Militäroperationen liegen deutlich unter den offiziellen Berichten aus Moskau. Die unterschiedlichen Quellen legen nahe, dass Russlands Versuche, ein positives Bild seiner militärischen Erfolge zu zeichnen, der Realität nicht standhalten. Solche Desinformationskampagnen sind ein fester Bestandteil moderner Hybridkriegsführung.
Die Diskrepanz zwischen russischen Offizialmeldungen und den Einschätzungen unabhängiger Analysten unterstreicht die Komplexität der Informationskriegsführung, die militärische Konflikte heute begleitet.
In Kriegszeiten wird die Manipulation von Informationen oft genutzt, um die Moral der eigenen Truppen und der Bevölkerung zu stärken. Um sich ein objektiveres Bild der Lage an der Front zu machen, ist es daher entscheidend, Daten aus verschiedenen, unabhängigen Quellen zu vergleichen.
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