Charakterdeutung bei Katzen: Was verrät die Pfotenform wirklich?.
Ein viraler Trend ohne wissenschaftliche Basis
Nach Angaben von TSN.ua: In sozialen Netzwerken kursiert erneut die sogenannte Nekoteso-Methode, die den Charakter von Katzen anhand ihrer Pfotenform entschlüsseln will. Dieser Trend, der trotz seiner Beliebtheit keinerlei wissenschaftliche Fundierung besitzt, geht auf den Japaner Akatsuki zurück. Das erste Buch mit dem Titel 'Nekoteso' erschien bereits im Jahr 2013.
Pfotenlesen als angebliche Charakterkunde
Der Name setzt sich aus den japanischen Wörtern 'neko' (Katze) und 'teso' (Handlesen) zusammen. Befürworter der Methode sind überzeugt, dass die Form der Pfotenballen Aufschluss über Verhalten und Wesen der Samtpfote gibt. Dabei werden verschiedene Typen unterschieden:
- Herzform: Diese Katzen sollen verschmust, gesprächig und leckerlibedürftig sein.
- Runde Form ('Reisknäuel'): Sie gelten als gesellig und aktiv.
- Abgeflacht mit Einkerbung oben: Charakterisiert ruhige und gegenüber Fremden zurückhaltende Tiere.
- Abgeflacht ohne Einkerbung: Steht für distanzierte und wählerische Katzen.
- Dreieckige Form ('Raketenstartplatz'): Zeigt angeblich einen eigenwilligen und unabhängigen Charakter.
- 'Reiskorn'-Form: Diese Katzen werden als schüchtern und vorsichtig beschrieben.
- 'Kleeblatt'-Form: Steht für emotionale Tiere mit starker Bindung an ihren Besitzer.
Die angebliche Studie, auf die sich Anhänger der Methode berufen und die über 2000 Katzen umfasst haben soll, ist wissenschaftlich nicht belegt. Zwar veröffentlichte eine amerikanische Forschungsgruppe 2016 im 'Journal of Comparative Psychology' eine Arbeit zum Einfluss der 'Pfotenpräferenz' auf Verhaltensmerkmale. Diese Untersuchung bestätigt jedoch keineswegs die Nekoteso-Methode, die in Fachkreisen nach wie vor umstritten bleibt.
Die anhaltende Skepsis der Wissenschaft steht somit im Kontrast zur Popularität des Pfotenlesens im Netz. Solche Trends zeigen, wie schnell sich nicht verifizierte Theorien in sozialen Medien verbreiten und ein breites Publikum faszinieren können. Bei Fragen zum Verhalten von Tieren ist es daher stets ratsam, auf gesicherte Forschungsergebnisse und Expertenmeinungen zu vertrauen, um Missverständnissen vorzubeugen.
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