Ukraine plant höhere Mindestrente: 6000 Hrywnja für langjährig Versicherte.

Ukraine plant höhere Mindestrente: 6000 Hrywnja für langjährig Versicherte
Ukraine plant höhere Mindestrente: 6000 Hrywnja für langjährig Versicherte

Geplante Neuerung im ukrainischen Rentensystem

Nach Angaben von TSN.ua: Die ukrainische Regierung bereitet eine umfassende Rentenreform vor. Ihr Kernziel ist es, die Mindestrente für Personen mit einer Versicherungszeit von mindestens 35 Jahren auf 6000 Hrywnja anzuheben. Derzeit liegt der Mindestbetrag bei lediglich 2595 Hrywnja. Der Start der auf Jahre angelegten Reform wird für die zweite Hälfte 2026 oder für 2027 erwartet; die Umsetzungsphase soll bis 2040 dauern. Diese geplante Erhöhung ist ein deutlicher Schritt gegenüber dem aktuellen Niveau.

Von der Anpassung profitieren sollen die über 10 Millionen Rentnerinnen und Rentner des Landes. Geplant ist eine erste Erhöhung zum 1. März 2026 mit einem Indexierungsfaktor von etwa 14%. Der Haushalt des ukrainischen Rentenfonds für 2026 ist mit 1,26 Billionen Hrywnja veranschlagt. Die durchschnittliche Rente liegt derzeit bei 6544 Hrywnja; mehr als 55% der Beziehenden erhalten bereits eine überdurchschnittlich hohe Pension.

Voraussetzungen und Finanzierungsquellen

Die neuen Regelungen sehen gestaffelte Anforderungen vor: Für eine Rente von mindestens 6000 Hrywnja wird 2027 eine Versicherungszeit von 34 Jahren nötig sein, ab 2028 dann 35 Jahre. Die Finanzierung der höheren Ausgaben soll aus mehreren Quellen gespeist werden:

  • Beiträge von Militärangehörigen;
  • Einnahmen aus der sogenannten Detinisation (formale Anerkennung von Beschäftigungszeiten);
  • sowie internationale Unterstützungsleistungen.

Laut Oleg Pendsin wird die Erhöhung auf 6000 Hrywnja

„mehr als die Hälfte aller Rentner betreffen“
. Die Reform bringt Vor- und Nachteile mit sich. Positiv sind die automatische Anpassung und die deutliche Verbesserung für über 55% der Beziehenden. Als mögliche Risiken werden jedoch ein beschleunigter Inflationstrend sowie Kürzungen oder der Wegfall von Sozialhilfeleistungen wie Subventionen diskutiert. Die Reform stellt eine große finanzpolitische Herausforderung in einem vom Krieg gezeichneten Land dar.

Denys Uliutin betonte die Planungssicherheit:

„Der Haushalt ist ausgeglichen, defizitfrei und gewährleistet die termingerechte Finanzierung aller gesetzlich vorgesehenen Sozialleistungen“
. Die Rentenreform ist ein wesentlicher Baustein zur Stärkung des sozialen Schutzes und soll langfristig einen würdigen Lebensstandard im Alter sichern. Ihre erfolgreiche Umsetzung erfordert eine sorgfältige wirtschaftliche Begleitung, um negative Nebeneffekte wie inflatorische Druck zu minimieren.


Lesen Sie auch

Werbung