Ukraine reformiert Wohnungsmarkt: Meldepflicht für Mietverträge und hohe Strafen.
Neue Regeln für Vermieter und Mieter
Nach Angaben von TSN.ua: Die Ukraine steht vor einer grundlegenden Reform ihres Immobilienmarktes. Kernpunkte sind eine verpflichtende Registrierung aller Mietverträge, die Einführung von Strafen bis zu 85.000 Hrywnja bei Nichtbeachtung sowie eine Steuersenkung für Eigentümer. Ziel ist es, den grauen Mietmarkt auszutrocknen und die Steuerdisziplin zu erhöhen. Diese Maßnahmen sollen für mehr Rechtssicherheit auf beiden Seiten sorgen.
Die neuen Regelungen sehen empfindliche Sanktionen vor: Wer seinen Mietvertrag nicht registriert, muss mit Bußgeldern von bis zu 85.000 Hrywnja rechnen. Das soll Eigentümer stark motivieren, ihre Verträge offiziell zu machen. Zudem droht Vermietern, die ihre Mieteinnahmen nicht deklarieren, sogar strafrechtliche Verfolgung nach Artikel 212 des Strafgesetzbuches. Im Gegenzug wird die Steuer auf Mieteinkünfte auf 19,5 Prozent festgesetzt – bestehend aus 18 Prozent Einkommensteuer und 1,5 Prozent Militärbeitrag. Diese Steuer muss vierteljährlich innerhalb von 40 Tagen nach Quartalsende abgeführt werden.
Steueranreiz gegen Schattenwirtschaft
Laut Olena Schuljak wird den Eigentümern eine Steuerermäßigung angeboten, um sie für die verpflichtende Registrierung zu gewinnen.
„Wir haben entschieden, zuerst an der Senkung der Steuern zu arbeiten. Der nächste Schritt wird dann die verpflichtende Vertragsregistrierung sein“, so ihre Aussage. Die Initiatoren der Reform erhoffen sich dadurch eine weitgehende Legalisierung des Wohnungsmietmarktes.
Die geplanten Änderungen sind Teil der Bemühungen der ukrainischen Regierung, die Wirtschaft zu stabilisieren und Transparenz zu schaffen. Die Umsetzung der Reform könnte folgende Effekte haben:
- höhere Steuereinnahmen für den Staatshaushalt aus Mieterträgen;
- geringere Korruptionsrisiken im bisher informellen Sektor;
- ein wichtiger Schritt im Kampf gegen die Schattenwirtschaft in der Ukraine.
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