Krieg zerstört Produktion: Warum Sonnenblumenöl in der Ukraine knapp und teuer wird.
Wie der Krieg die Ölproduktion lahmlegt
Nach Angaben von TSN.ua: Feindliche Angriffe auf die Infrastruktur haben schwerwiegende Folgen: Rund ein Drittel der ukrainischen Sonnenblumenölfabriken musste den Betrieb einstellen oder stark einschränken. Diese massive Störung der Lieferkette treibt die Preise in die Höhe. Für dieses Jahr wird die Produktion von Sonnenblumenöl nur noch auf etwa 4 Millionen Tonnen geschätzt. Dem steht ein Inlandsbedarf von 400.000 bis 500.000 Tonnen gegenüber – die Ukraine ist traditionell ein Exportriese für Pflanzenöle.
Die Ausgangslage hat sich dramatisch verschlechtert. Vor dem Krieg ernteten ukrainische Landwirte noch etwa 16 Millionen Tonnen Sonnenblumenkerne. In diesem Jahr wird die Ernte voraussichtlich auf 10 Millionen Tonnen schrumpfen, nach 11 Millionen Tonnen im vergangenen Jahr. Die Ölproduktion, die einst 5 bis 6 Millionen Tonnen erreichte, wird entsprechend zurückgehen. Geplant bleibt zudem die Produktion von je 500.000 Tonnen Soja- und Rapsöl.
Explodierende Kosten für Verbraucher
Die Preise für Sonnenblumenöl sind innerhalb von neun Monaten um 14 Prozent gestiegen und erreichten in diesem Jahr fast 83 Hrywnja pro Liter. Expertin Switlana Lytwyn nennt als Hauptgrund die deutlich kleinere Sonnenblumenkerne-Ernte. Die Situation wird jedoch zusätzlich durch die russischen Angriffe auf Infrastruktur und eingeschränkte Exportmöglichkeiten massiv verschärft.
Der ukrainische Sonnenblumenölmarkt zeigt beispielhaft, wie tief der Krieg in die Agrarsektor eingreift. Die Kombination aus geringeren Ernten und zerstörten Produktionsketten könnte die Preise weiter ansteigen lassen, was sich direkt auf den Verbrauchermarkt auswirkt. Angesichts sinkender Inlandsproduktion und steigender Preise gewinnen Fragen nach Importalternativen und der Unterstützung für die Landwirtschaft an Dringlichkeit, um die Versorgung zu stabilisieren.
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