Betrug mit 'Kommunaler Nanny': Mutter muss für erschwindelte 70.000 Euro ins Gefängnis.
Urteil des Bezirksgerichts Mykolajiw
Nach Angaben von TSN.ua: Eine Mutter von drei Kindern, die als Supermarktverkäuferin arbeitete, ist wegen Betrugs verurteilt worden. Gemeinsam mit Komplizen hatte sie Anfang 2022 einen Plan gefasst, um staatliche Gelder zu erschwindeln. Sie fälschte Unterlagen, um unrechtmäßig Gelder aus dem Programm 'Kommunale Nanny' zu erhalten. Das Bezirksgericht Mykolajiw in der Oblast Lwiw verurteilte sie dafür, dass sie so 69.300 Hrywnja (etwa 1.700 Euro) aus dem Staatshaushalt erbeutete.
So lief der Betrug ab
Den Ermittlungsakten zufolge gelang es der Bande, die Summe zwischen Februar und Dezember 2022 auszuzahlen. Die verurteilte Frau behielt 36.300 Hrywnja für sich, während ein Ehepaar, das zu den Organisatoren gehörte, 33.000 Hrywnja einstrich. Im Laufe des Verfahrens erstattete die Angeklagte einen Teil der gestohlenen Summe in Höhe von 33.600 Hrywnja an den Staat zurück.
Das Gericht verhängte als Hauptstrafe eine einjährige Freiheitsstrafe. Von der Haft wurde die Frau jedoch unter Auflagen verschont: Sie erhielt eine einjährige Bewährungsfrist. Während dieser Zeit muss sie sich regelmäßig bei den Aufsichtsbehörden melden.
Dieser Fall zeigt die Anfälligkeit von Sozialprogrammen für Betrug und unterstreicht, wie wichtig eine lückenlose Kontrolle der Ausgaben ist.
Solche Betrugsfälle untergraben das Vertrauen in staatliche Unterstützungssysteme und schaden letztlich denen, die die Hilfe wirklich benötigen. Die Entscheidung des Gerichts macht auch deutlich, dass die Rückzahlung eines Teils der Beute strafmildernd wirken kann. Die Bewährungsstrafe könnte jedoch von manchen als milde Sanktion wahrgenommen werden. Programme wie die 'Kommunale Nanny' sind eine wichtige soziale Stütze, deren Missbrauch die gesamte Gemeinschaft belastet.
Lesen Sie auch
- 13 Stunden im Bunker: Odessaer NMT wird zum Härtetest – Lubinez fordert Konsequenzen vom Bildungsministerium
- Ukrainische Sicherheitsbehörden decken groß angelegte Mobilisierungs-Umgehungsnetzwerke auf: Gefälschte Dokumente zu horrenden Preisen
- Letzter Aufruf für Ukrainer mit Papier-Arbeitsbüchern: Bis zu diesem Datum muss die Digitalisierung erfolgen
- Wasser und Sumpf auf 260 Hektar: Gedenkstätte bei Kiew steht vor massiven Problemen
- 2026: Familien von gefangenen oder vermissten Soldaten können Wohnkostenzuschüsse umschreiben lassen
- Ukraine gedenkt des gefallenen Aufklärers Roman Ratushnyj: Sein Opfer bei Isjum

