Bischof der Orthodoxen Kirche der Ukraine in Haft: Verdacht auf gefälschte Priesterweihen für Kriegsdienstverweigerer.
Gericht verhängt Haft gegen Bischof Kyrill
Nach Angaben von TSN.ua: Ein Gericht in Iwano-Frankiwsk hat den Bischof der Orthodoxen Kirche der Ukraine (OKU), Kyrill (Michailjuk), in Untersuchungshaft genommen. Ihm wird vorgeworfen, gefälschte Weiheurkunden ausgestellt zu haben, die zur Umgehung der Mobilmachung dienten. Die Haft wurde auf 60 Tage festgesetzt, doch gegen eine Kaution von 233.000 Hrywnja wurde der Beschuldigte vorläufig freigelassen. Der Fall wirft ein grelles Licht auf das Problem der Dienstflucht in der Ukraine.
Bischof Kyrill, der früher das Bistum Uschhorod-Chust der OKU leitete, soll Wehrpflichtigen gegen eine Gebühr von 1.000 bis 2.000 US-Dollar gefälschte Dokumente über eine Diakonenweihe ausgestellt haben. Den Ermittlungen zufolge erhielten auf diese Weise etwa 40 Männer illegale Papiere, die sie vom Militärdienst freistellten.
Kirchliche und gesellschaftliche Reaktionen
Als Reaktion auf die Vorwürfe hat die Synode der OKU beschlossen, Kyrill von der Leitung des Bistums Uschhorod zu suspendieren. Der Bischof befindet sich derzeit in der Haftanstalt Nr. 12 in Iwano-Frankiwsk. Die Ermittlungen dauern an, weitere Details sollen im Laufe des Verfahrens bekannt werden.
Der Fall hat in der ukrainischen Öffentlichkeit erhebliche Betroffenheit ausgelöst. Er berührt nicht nur Fragen der Kriegsdienstverweigerung in Zeiten der nationalen Verteidigung, sondern stellt auch die Integrität und ethische Verantwortung des Klerus infrage. Die Vorfälle könnten zu strengeren Kontrollen religiöser Aktivitäten im Interesse der nationalen Sicherheit führen und das Ansehen der Kirche beschädigen.
Lesen Sie auch
- Erniedrigung in Odessaer Untersuchungsgefängnis: Opfer ist Mitarbeiter des Militärrekrutierungsamts – DBR leitet Ermittlungen ein
- Rund 9.000 Polizisten im Kampfeinsatz: Welche Folgen hat das für die öffentliche Sicherheit in der Ukraine?
- Klage gegen Einberufung gescheitert: Gericht bestätigt Rechtmäßigkeit der Mobilmachung
- Digitalexperte stößt zur Kulturinitiative „Tausend Frühlinge“: Wie die 4 Milliarden Griwna investiert werden sollen
- Mitarbeiter von Militärverwaltungen in der Ukraine: Kein Waffenrecht – wie sie sich bei Mobilisierungen schützen
- 70.000 Dollar für ein Denkmal: Wer finanzierte die Bulgakow-Statue in Kiew?

