Gewaltvorwürfe gegen Wehrdienstbehörde: Ermittlungen nach Zwischenfall in Charkiw.

Gewaltvorwürfe gegen Wehrdienstbehörde: Ermittlungen nach Zwischenfall in Charkiw
Gewaltvorwürfe gegen Wehrdienstbehörde: Ermittlungen nach Zwischenfall in Charkiw

Vorgänge in Charkiw

Nach Angaben von TSN.ua: Die ukrainische Polizei ermittelt nach einem Vorfall, bei dem ein 54-jähriger Mann von Soldaten eines territorialen Rekrutierungs- und Unterstützungszentrums (TZK) misshandelt worden sein soll. Der Betroffene, Vadym Rudyuk, ein Binnenvertriebener aus Kostjantyniwka im Gebiet Donezk, erstattete am 23. Februar Anzeige wegen des mutmaßlich rechtswidrigen Einsatzes körperlicher Gewalt.

Vadym Rudyuk war über 30 Jahre beim Zivilschutz tätig. Aus gesundheitlichen Gründen wurde er bereits aus der Wehrpflichtigenliste gestrichen. Nach dem Vorfall wurden bei ihm Prellungen, eine Gehirnerschütterung und weitere Verletzungen dokumentiert. Laut Angaben des TZK ereignete sich der Zwischenfall im Rahmen einer Maßnahme zur Benachrichtigung Wehrpflichtiger. Das Zentrum behauptet, Rudyuk habe einen der Soldaten geschlagen.

Ich war etwa 50 Meter vom Haus entfernt, als ein Bus ankam. Zwei Männer sprangen heraus und verlangten: 'Dokumente!'. Ich antwortete, dass ich keine bei mir habe, und bat darum, die Polizei zu rufen. Danach wurde ich gewaltsam in den Bus gezerrt. Vadym Rudyuk

Der Geschädigte gab an, man habe ihn zu Boden geworfen und mehrere Personen hätten auf ihn eingeschlagen. 'Ich bat darum, einen Krankenwagen zu rufen, aber es gab keine Reaktion.'

Inzwischen wurde ein Strafverfahren nach Artikel 125, Absatz 1 des Strafgesetzbuches der Ukraine eingeleitet. Das TZK beharrt darauf, dass der Bürger Vadym Rudyuk 'sich aggressiv verhalten und die Soldaten der Benachrichtigungsgruppe angreifen wollte'. In einem separaten Vorfall wurde am 24. Februar 2026 in Krywyj Rih ein Soldat eines TZK angeschossen. Die Ermittlungen in beiden Fällen dauern an; weitere Details sollen im Laufe der Untersuchungen geklärt werden.

Gespanntes Verhältnis

Der Fall lenkt die Aufmerksamkeit auf die grundsätzlich schwierige Interaktion zwischen Zivilbevölkerung und militärischen Einheiten in der Ukraine, insbesondere unter den Bedingungen des Kriegsrechts. Die Situation um Rudyuk deutet auf mögliche Spannungen im Verhältnis zwischen staatlichen Stellen und Bürgern hin, die Handlungen des Militärs als übergriffig empfinden können. Solche Vorfälle stehen im Kontext der laufenden Mobilisierungsbemühungen. Die weiteren Ermittlungen werden entscheidend sein, um die Umstände aufzuklären und künftigen derartigen Vorkommnissen vorzubeugen.


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