Energiekrise in der Ukraine: Russlands Angriffe auf das Stromnetz drosseln Importe.
Stromimporte ins Stocken geraten
Nach Angaben von TSN.ua: Die Ukraine kann wegen der massiven russischen Angriffe auf ihre Energieinfrastruktur nur begrenzt Strom importieren. Der Energieexperte Stanislaw Ignatjew erklärte, dass die zerstörten Netze und Kraftwerke die Versorgung massiv beeinträchtigen. Im Jahr 2022 lag die maximale Importkapazität aus der Europäischen Union bei 2,1 Gigawatt. Seit dem 1. Dezember 2022 wurde das Limit zwar auf 2,3 Gigawatt angehoben, doch die Lage bleibt äußerst angespannt. Diese Angriffe sind Teil einer systematischen Kriegsführung, die die Zivilbevölkerung im Winter besonders hart trifft.
Zerstörte Infrastruktur gefährdet Versorgung
Ignatjew wies darauf hin, dass die russischen Streitkräfte gezielt Umspannwerke und Kraftwerke wie das Snamjanska Wärmekraftwerk angreifen. Dies hat verheerende Auswirkungen auf die Stromversorgung, insbesondere in den frontnahen Regionen. Am stärksten betroffen sind:
- Oblast Tschernihiw
- Oblast Sumy
- Teile der Oblast Poltawa
- Oblast Charkiw
- Oblast Dnipropetrowsk
- Der ukrainisch kontrollierte Teil der Oblast Saporischschja
Im Januar 2023 wurden zwar Rekordmengen an Strom importiert, seit Beginn der Invasion. Doch Ignatjew betont: Selbst wenn genug importierter und eigener Strom vorhanden ist, kann dieser physisch oft nicht zum Endverbraucher gelangen, weil die Übertragungswege zerstört sind.
'Europa hat seinen eigenen Regulator, der die Mengen an Erzeugung und Verbrauch genau berechnet' - Stanislaw Ignatjew
Der Experte unterstrich, dass das 'Hauptziel Russlands darin besteht, das linke Ufer des Dnipro von der eigenen Stromerzeugung abzuschneiden'. Die Situation im ukrainischen Energiesystem bleibt daher kritisch. Der Wiederaufbau der Netze und die Sicherung der Versorgung erfordern enorme Anstrengungen.
Die aktuelle Energiekrise zeigt, wie wichtig internationale Zusammenarbeit in diesem Sektor ist – besonders unter Kriegsbedingungen. Die Abhängigkeit von Stromimporten und die Verwundbarkeit der Infrastruktur zwingen die Regierung zur Modernisierung und zum besseren Schutz der Energieanlagen. Langfristig sind neue Strategien für die Energiesicherheit des Landes unverzichtbar.
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