600.000 Hrywnja für neues Design: Ukrposhta-Chef rechtfertigt sich auf umstrittene Weise.
Neues Erscheinungsbild, alte Vorwürfe
Nach Angaben von TSN.ua: Die ukrainische Post hat für ihr neues Firmendesign 600.000 Hrywnja ausgegeben. Diese Summe löste in den sozialen Medien eine Welle der Kritik aus. Der Generaldirektor des Unternehmens, Ihor Smilianskyj, reagierte auf die Vorwürfe mit beleidigenden Äußerungen. Es handelt sich bereits um das zweite Rebranding der Ukrposhta innerhalb der letzten neun Jahre, durchgeführt vom Designbüro Spiilka Design Büro. Im Zuge der Neugestaltung präsentierte das Unternehmen ein neues Logo sowie eine eigene Schriftart.
Was dem Prozess genau vorausging, ist nicht bekannt, doch die Reaktionen im Netz fielen heftig aus. Nutzerinnen und Nutzer bezweifelten die Sinnhaftigkeit der Ausgaben für das neue Design und verwiesen stattdessen auf den schlechten Zustand und Service in vielen Filialen. So merkte beispielsweise Ivanna Kuzma an:
Der Zustand der Filialen wird nicht durch eine tiefgründige Corporate Identity gerettet. — Ivanna Kuzma
Ihor Smilianskyj konterte die Kritik mit folgender Aussage:
Ja. Und jetzt stellen wir uns mal kurz vor, ich trete morgen vor die Presse und sage: Wir schreiben eine Ausschreibung aus, nicht für 600.000, sondern für 60 Millionen, für die Renovierung ländlicher Filialen. — Ihor Smilianskyj
Dies hinderte ihn jedoch nicht daran, sich auch abfällig zu äußern. 'Wenn wir schon stehlen, dann sind Sie eine Hure', soll Smilianskyj auf einen der Kommentare geantwortet haben.
Gleichzeitig gab es in den sozialen Medien weitere kritische Stimmen. Ein unbekannter Autor fragte: 'Was erlauben Sie sich eigentlich? Aus welchem Stamm sind Sie hervorgekommen, dass Sie so mit einer Frau reden?' Darauf entgegnete Smilianskyj: 'Und wo haben Sie eine Frau gesehen? Ich habe keine gesehen.'
Eine Debatte mit Symbolcharakter
Die Diskussion um das Rebranding der Ukrposhta und die Reaktionen des Managements hält somit an. Sie wirft grundsätzliche Fragen zur Effizienz von Ausgaben und zur Servicequalität des staatlichen Unternehmens auf. Der Fall zeigt beispielhaft die angespannte Kommunikation zwischen öffentlichen Institutionen und der Bevölkerung.
Die Situation verdeutlicht nicht nur interne Führungsprobleme bei der Ukrposhta, sondern auch ein grundsätzliches Misstrauen der Öffentlichkeit gegenüber staatlichen Betrieben. Die Kritik an dem Unternehmen spiegelt die allgemeine Unzufriedenheit vieler Bürger mit der Qualität öffentlicher Dienstleistungen wider. Sie fordern echte Veränderungen, nicht nur kosmetische Korrekturen. Die umstrittenen Antworten der Führungsebene unterstreichen zudem, wie schwierig der Dialog mit der Gesellschaft in Zeiten großer Herausforderungen geworden ist.
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