Umfrage zeigt: Zwei Drittel der Ukrainer sind bereit, den Krieg so lange durchzustehen wie nötig.
Ergebnisse der KMIS-Umfrage
Nach Angaben von TSN.ua: Eine deutliche Mehrheit der ukrainischen Bevölkerung zeigt sich weiterhin entschlossen. Laut einer aktuellen Erhebung des Kiewer Internationalen Instituts für Soziologie (KMIS) erklären 65 Prozent der Befragten, sie seien bereit, den Krieg so lange zu ertragen, wie es für ein akzeptables Ergebnis erforderlich ist. Demgegenüber sind nur 17 Prozent der Meinung, dass sie die Belastungen allenfalls noch einige Monate oder ein halbes Jahr aushalten könnten.
Die Bereitschaft zum Durchhalten ist im Vergleich zum Dezember 2025 (62 Prozent) sogar leicht gestiegen. Regional betrachtet ist die Entschlossenheit in der Hauptstadt Kiew mit 72 Prozent am höchsten. Es folgen der Westen des Landes (66 Prozent), das Zentrum und der Norden (ohne Kiew) mit jeweils 64 Prozent sowie der Süden (ebenfalls 64 Prozent). Im Osten der Ukraine, der besonders stark von Kampfhandlungen betroffen ist, liegt der Wert bei 58 Prozent.
Was die Belastungsgrenze verschieben könnte
Die Umfrage fragte auch nach Gründen, die zu einer Erschöpfung der Geduld führen könnten. Die Hauptgründe, die Ukrainer hierfür nannten, sind:
- 29 % - Der Verlust von Soldaten und Zivilisten;
- 17 % - Anhaltende Beschüsse und Zerstörung;
- 17 % - Die wirtschaftliche Notlage;
- 15 % - Ausfälle bei der Strom- und Wärmeversorgung;
- 10 % - Psychologische Erschöpfung;
- 5 % - Probleme mit der Elektrizitäts- oder Wärmeversorgung.
Ein klares Signal sendet die Bevölkerung auch in der Frage territorialer Zugeständnisse: 54 Prozent der Befragten lehnen die Idee ab, Teile des Donbas im Austausch für Sicherheitsgarantien unter russische Kontrolle zu stellen.
Die Ergebnisse zeichnen das Bild einer widerstandsfähigen, aber auch zunehmend erschöpften Gesellschaft. Die hohe Bereitschaft zum Durchhalten hat ihre Grenzen, die vor allem durch menschliche Verluste, wirtschaftlichen Druck und infrastrukturelle Zusammenbrüche definiert werden. Die klare Ablehnung territorialer Kompromisse unterstreicht einen breiten nationalen Konsens zur Wahrung der staatlichen Integrität. Diese öffentliche Haltung wird die politischen und diplomatischen Strategien zur Konfliktlösung maßgeblich beeinflussen.
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