Wissenschaftler warnen vor unbekannten Risiken von Tätowierungen: Was passiert mit dem Immunsystem.
Nach Angaben von ТСН: Heutzutage werden Tätowierungen – von kleinen Symbolen am Handgelenk bis hin zu großen Bildern am Körper – als gewöhnlicher Schmuck wahrgenommen, der nicht mehr schockiert. Doch hinter der Ästhetik des Body Arts verbergen sich komplexe Prozesse, die nicht immer sichtbar sind.
Früher galt es als selbstverständlich, dass Tätowierungen lediglich eine Frage der Wundheilung sind. Aber Forscher haben herausgefunden, dass fremde chemische Substanzen in den Körper gelangen und dort für immer verbleiben. Es ist wichtig zu verstehen, dass Tattoo-Farbe nicht einfach unter der Haut als leblose Zeichnung „erstarrt“. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass diese Pigmente biologisch aktiv sind und ständig mit dem Immunsystem interagieren.
Chemische Zusammensetzung von Tätowierfarbe
Wenn wir uns ein fertiges Tattoo ansehen, sehen wir nur die Farbe, aber aus biologischer Sicht handelt es sich um eine komplexe chemische Mischung. Tätowierfarbe besteht aus vielen Zutaten, von denen jede ihre eigene Rolle spielt: Pigmente sorgen für Helligkeit, flüssige Träger – für eine gleichmäßige Verteilung der Farbe, und Konservierungsstoffe – für den Mikrobienschutz. Oft gibt es jedoch auch unerwünschte Verunreinigungen, die nicht in der Rezeptur vorgesehen sind.
Viele moderne Farbstoffe wurden ursprünglich für industrielle Anwendungen entwickelt, wie das Färben von Autos oder die Herstellung von Kunststoffen. Diese Substanzen sind nicht für den Kontakt mit lebenden Geweben gedacht.
Viele Farben enthalten Spuren schwerer Metalle wie Nickel, Chrom, Kobalt und manchmal sogar Blei. Diese Elemente können allergische Reaktionen hervorrufen und die Empfindlichkeit des Immunsystems erhöhen, und unter bestimmten Bedingungen eine toxische Bedrohung darstellen. Auch komplexe organische Verbindungen, einschließlich Azofarbstoffen und polycyclischer aromatischer Kohlenwasserstoffe (PAK), sind in den Farben enthalten.
Azofarbstoffe, die in der Textilindustrie weit verbreitet sind, können unter dem Einfluss von Sonnenlicht oder durch Lasertätowierungsentfernung abgebaut werden, was zur Bildung aromatischer Amine führt, die mit genetischen Schäden und Krebserkrankungen in Verbindung stehen.
PAK, die während der Verbrennung organischer Materialien entstehen, können in schwarzen Farben vorhanden sein, da sie häufig aus Ruß hergestellt werden, der krebserregende Verbindungen enthält.
Bunte Farben, insbesondere Rot-, Gelb- und Orangetöne, sind am aggressivsten und führen häufiger zu Entzündungen und Allergien aufgrund des Gehalts an Metallsalzen und Azopigmenten, die sich im Körper in toxische aromatische Amine umwandeln können.
Diese Struktur der Farben macht Tätowierungen zu einer dauerhaften Quelle chemischer Einwirkung, auf die der Körper über viele Jahre reagiert.
Migration des Pigments im Körper
Der Tätowierungsprozess umfasst das Einbringen der Farbe tief in die Dermis, wo der Körper die Pigmente als Fremdkörper wahrnimmt. Immunzellen versuchen, sie zu verschlingen, aber aufgrund der großen Pigmentgröße bleiben sie in den Hautzellen blockiert, was die Erhaltung des Musters gewährleistet.
Doch die Farbpartikel bleiben nicht nur an der Tätowierungsstelle. Studien bestätigen, dass Mikropartikel des Pigments durch das Lymphsystem migrieren und sich in den Lymphknoten sammeln können, was bei Wissenschaftlern Besorgnis über potenzielle Risiken auslöst.
Interaktion mit dem Immunsystem
Aktuelle Forschungen enthüllen neue Aspekte der Interaktion von Tätowierungen mit dem Immunsystem. Es stellt sich heraus, dass Pigmente aktiv in Immunprozesse eingreifen und die Aktivität der Schutz-Zellen verändern.
Entzündungsmechanismus
Wenn Farbpigmente in die Dermis gelangen, nehmen Immunzellen sie als Bedrohung wahr und versuchen, sie zu verschlingen. Da sie jedoch nicht abgebaut werden können, werden solche Zellen zur 'Falle', was einen dauerhaften Zustand der Aktivierung des Immunsystems hervorruft.
Einfluss auf die Impfung
Studien zeigen, dass die Farbpartikel die Wirksamkeit der Immunreaktion auf Impfungen verringern können, insbesondere auf den COVID-19-Impfstoff.
Nebenwirkungen und Risiken
Obwohl keine direkte Verbindung zwischen Tätowierungen und Krebs festgestellt wurde, deuten Labortests an Tieren auf potenzielle Gefahren hin. Viele Krebsarten entwickeln sich langsam, während die Beliebtheit von Tätowierungen zunimmt.
Allergie und Entzündung
Rote Farbe verursacht häufiger allergische Reaktionen, einschließlich Juckreiz und Schwellungen, die selbst nach Jahren auftreten können.
Infektionen
Der Tätowierungsprozess beschädigt die Schutzbarriere der Haut, was zu Infektionen führen kann, einschließlich durch Staphylococcus aureus.
Krebsrisiken
Statistische Daten zeigen, dass das Vorhandensein von Tätowierungen das Risiko für Hautkrebs aufgrund chemischer Reizungen erhöhen kann.
Langfristige Folgen von Tätowierungen
Die Vielfalt der Standards für Tattoo-Farben ist ein erhebliches Problem, da in einigen Ländern keine vollständige Offenlegung der Zusammensetzung erforderlich ist.
Wissenschaftler äußern Bedenken hinsichtlich der kumulativen Auswirkungen von Tätowierungen auf den Körper, da die Zunahme ihrer Anzahl und Fläche die chemische Belastung erhöhen kann.
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