Antoniwka: Vier Jahre im Dunkeln – Wie die Bewohner der Region Cherson überleben.

Antoniwka: Vier Jahre im Dunkeln – Wie die Bewohner der Region Cherson überleben
Antoniwka: Vier Jahre im Dunkeln – Wie die Bewohner der Region Cherson überleben

Leben ohne Strom und Wasser: Der harte Alltag in Antoniwka

Nach Angaben von TSN.ua: Seit vier Jahren fehlen in Antoniwka in der Region Cherson die grundlegendsten Versorgungsleistungen. Der als ‚Boxer‘ bekannte Andrij Petuchow, der selbst Evakuierungen aus dem Gebiet organisiert, schildert die extremen Lebensumstände der ukrainischen Zivilbevölkerung. Die Menschen leben unter ständiger Bedrohung durch Beschuss und Minen, was ihr Überleben täglich aufs Neue infrage stellt.

Ohne Elektrizität, fließendes Wasser und stabiles Kommunikationsnetz sind die Einwohner seit 2020 auf sich allein gestellt. Sie ernähren sich von Vorräten und humanitärer Hilfe, die in die Region gelangt. Besonders besorgniserregend ist die völlig unzureichende medizinische Versorgung. Wie Petuchow betont:

„Wenn jemand verwundet wird, kommt kein Rettungswagen.“
Diese Aussicht macht jede Verletzung zu einer potenziell tödlichen Gefahr und belastet die Psyche der Zurückgebliebenen enorm.

Gefährliche Evakuierungen und erzwungene Anpassung

Die Evakuierungsfahrten aus Antoniwka finden nur in kleinen Gruppen statt, um das Risiko zu minimieren. Eine gewisse Sicherheit bieten dabei Drohnenschutzsysteme.

„Wir fahren immer zu dritt oder viert zur Evakuierung“
, erklärt Andrij Petuchow. Diese Fahrten sind ein gefährliches Unterfangen in einer permanent bedrohten Umgebung. Die Bewohner haben gelernt, sich den widrigen Umständen anzupassen. Petuchow fasst ihre Resilienz zusammen:
„Wie kann man dort überleben? Die Menschen gewöhnen sich an alles.“

Die Lage in Antoniwka steht beispielhaft für die humanitäre Krise in vielen vom Krieg betroffenen Gebieten der Ukraine. Ohne Basisversorgung und unter ständiger Lebensgefalt beweisen die Bewohner enormen Überlebenswillen, gestützt auf gegenseitige Hilfe und externe Unterstützung. Das Fehlen jeder schnellen medizinischen Hilfe unterstreicht jedoch die dringende Notwendigkeit, dass Staat und internationale Organisationen diesen Gemeinden mehr Aufmerksamkeit und Ressourcen widmen müssen.


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