Das japanische Phänomen Betsubara: Warum es immer Platz für Dessert gibt.
Nach Angaben von ТСН: Nach einem herzhaften Mittagessen, wenn im Magen kaum noch Platz ist, ruft das Angebot, ein Dessert zu genießen, positive Emotionen hervor. Dieses interessante Phänomen in der japanischen Kultur hat sogar einen Namen - 'Betsubara', was 'ein separater Magen' bedeutet.
Der Magen ist ein elastisches Organ, das sich an die Menge der Nahrung anpassen kann. Wenn eine Person zu essen beginnt, tritt der Prozess der 'magenakkommodation' ein, während dessen sich die glatten Muskeln entspannen und es dem Magen ermöglichen, sich ohne großen Druck auszudehnen.
Die Konsistenz der Nahrung spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Schwere Hauptgerichte wie Fleisch und Beilagen erfordern eine längere Verdauung, was ein Gefühl der Schwere hervorrufen kann. Im Gegensatz dazu sind Desserts wie Mousse, Eis oder Sahnetorten in der Regel leicht und bestehen aus einfachen Kohlenhydraten. Sie verlassen den Magen schneller und verleihen das Gefühl, dass dafür 'Platz gefunden wurde'.
Das Gehirn und das Verlangen nach Süßem
Das Verlangen nach Süßem entsteht nicht im Magen, sondern im Gehirn. Es gibt den Begriff 'hedonistischer Hunger' - das Streben zu essen, um Freude zu empfinden, nicht um Energie zu tanken. Zucker aktiviert das mesolimbische System des Gehirns, wodurch Dopamin freigesetzt wird, das vorübergehend die Sättigungssignale blockiert, um Genuss zu empfinden.
Ein weiterer Mechanismus ist das 'sensorisch-spezifische Sättigung'. Wenn man einseitige Nahrung isst, verliert das Gehirn das Interesse daran. Das Auftreten eines neuen Geschmacks - süß oder sauer - 'erneuert' das Belohnungssystem und steigert den Appetit.
Zeit und Sättigungsgefühl
Das Sättigungsgefühl kommt nicht sofort. Damit das Signal vom Darm das Gehirn über Hormone (wie Cholecystokinin, Peptid YY usw.) erreicht, benötigt es 20 bis 40 Minuten. In dieser Zeit, in der eine Person bereits satt ist, das Gehirn jedoch noch kein Signal zum Stoppen erhalten hat, wird normalerweise das Dessert serviert.
Vergessen Sie nicht die psychologischen Faktoren. Desserts aus der Kindheit werden oft mit Feiern und Belohnungen in Verbindung gebracht. Studien zeigen, dass Menschen in Gesellschaft oder während Feiern in der Regel mehr essen, da sie dem sozialen Einfluss erliegen.
Wenn Sie nach einem köstlichen Abendessen Lust auf ein Stück Kuchen verspüren, ist dies eine ganz normale Reaktion des Körpers, der nach neuen Geschmackserlebnissen und dopaminvermitteltem Genuss strebt.
Diese Informationen helfen, besser zu verstehen, warum unser Verlangen nach Dessert auch nach einem herzhaften Mittagessen nicht verschwindet. All dies hängt nicht nur mit der Physiologie zusammen, sondern auch mit dem emotionalen Zustand, Erinnerungen an angenehme Momente und sozialen Traditionen. Denken Sie also das nächste Mal, wenn Sie Lust auf Süßes haben, daran, dass dies ein natürlicher Prozess ist.
Lesen Sie auch
- Erstmals seit den 1980ern: Fleischfressender Parasit in Texas entdeckt – welche Gefahr droht den USA?
- Ärztin warnt vor Keimen auf Geldscheinen: So lange überleben Bakterien
- Erstattung für Kuraufenthalte: Wer Anspruch hat und wie der Antrag läuft
- Starker Sonnensturm der Stufe G3 trifft am 5. Juni auf die Erde: Welche Auswirkungen auf den Menschen erwartet werden
- Erneute Militärärztliche Untersuchung möglich – entscheidende Angabe im Attest
- Operation statt Einberufung: So beantragen Sie den Aufschub über die App „Reserve+“

