Wenn Schenkungen unter Zwang zustande kommen: So lassen sich solche Verträge anfechten.
Rechtliche Besonderheiten bei Immobilienschenkungen
Nach Angaben von Novyny.live: In der Ukraine kann ein Schenkungsvertrag für eine Immobilie für ungültig erklärt werden, wenn der Schenker unter Druck gesetzt wurde. Gemäß Artikel 231 des Zivilgesetzbuches der Ukraine ist ein Rechtsgeschäft, das unter Zwang oder unter dem Einfluss von Gewalt abgeschlossen wurde, nichtig. Personen, die bei der Vertragsunterzeichnung bedroht oder erpresst wurden, haben somit das Recht, vor Gericht dagegen vorzugehen.
Die ukrainischen Gerichte legen inzwischen verstärkt Wert auf digitale Beweismittel. Ein bloßer Vorwurf der Nötigung reicht vor Gericht nicht aus; die betroffene Partei muss die Tatbestände auch konkret nachweisen.
Jurij Moltschanow betont: 'Das Gericht glaubt keinem bloßen Wort. Sie müssen nicht nur behaupten, unter Druck gesetzt worden zu sein, sondern müssen auch den Zusammenhang lückenlos darlegen: die konkrete Drohung – deren psychische Wirkung – und den direkten Bezug zum Notartermin.'
Beweismittel und rechtliche Konsequenzen
Als entscheidende Beweise können unter anderem folgende Materialien dienen:
- Screenshots von Messenger-Konversationen, die Erpressungsversuche belegen;
- Aufzeichnungen von Telefongesprächen mit versteckten Drohungen;
- Gutachten unabhängiger Psychologen, die den seelischen Ausnahmezustand der Person zum Zeitpunkt der Unterschrift bestätigen.
Wird der Vertrag für nichtig erklärt, kann die schuldige Partei nicht nur zum doppelten Schadensersatz, sondern auch zur Zahlung einer Entschädigung für immaterielle Schäden verpflichtet werden.
Wie die Notarin Halyna Nenchenko hervorhebt, kann auch eine scheinbare Schenkung angefochten werden, wenn sie lediglich dazu dient, einen tatsächlichen Kaufvertrag zu verschleiern. Bei Rechtsverstößen drohen dann sowohl zivil- als auch strafrechtliche Konsequenzen. Diese rechtlichen Fallstricke sind für alle relevant, die eine Schenkung planen, da sie die spätere Rechtmäßigkeit des gesamten Vorgangs infrage stellen können.
Da Immobilienschenkungen oft erhebliche Vermögenswerte betreffen und emotional aufgeladen sein können, ist es für Schenker entscheidend, ihre Rechte und Schutzmöglichkeiten im Falle von Nötigung zu kennen. Die klare gesetzliche Grundlage und die Möglichkeit der Anfechtung sind wichtige Instrumente gegen rechtswidriges Handeln. Dies unterstreicht, wie unverzichtbar eine rechtliche Beratung vor Abschluss einer Schenkungsvereinbarung ist.
Lesen Sie auch
- Klage gegen Einberufung gescheitert: Gericht bestätigt Rechtmäßigkeit der Mobilmachung
- Digitalexperte stößt zur Kulturinitiative „Tausend Frühlinge“: Wie die 4 Milliarden Griwna investiert werden sollen
- Mitarbeiter von Militärverwaltungen in der Ukraine: Kein Waffenrecht – wie sie sich bei Mobilisierungen schützen
- 70.000 Dollar für ein Denkmal: Wer finanzierte die Bulgakow-Statue in Kiew?
- Ukraine verschärft Strafen für Temposünder und regelt E-Scooter-Verkehr neu
- Bis zu 16 Stunden täglich im Einsatz: So arbeiten die Meldegruppen der ukrainischen Rekrutierungsbehörden

