Geldstrafe für Bäckerei-Chefin wegen Scheinbeschäftigung von Wehrpflichtigen.
Urteil gegen die Geschäftsführerin der Tschernihiver Brotfabrik Nr. 2
Nach Angaben von TSN.ua: Das Nowosawodskyj-Bezirksgericht in Tschernihiw hat die Leiterin des Unternehmens "Tschernihiw Brotkombinat Nr. 2" schuldig gesprochen. Sie behinderte die gesetzliche Tätigkeit der ukrainischen Streitkräfte, indem sie Wehrpflichtige nur zum Schein anstellte. Solche Praktiken untergraben die Mobilisierungsbemühungen in Kriegszeiten.
Den Ermittlungen zufolge stellte die Geschäftsführerin zwischen Mai 2023 und Oktober 2024 insgesamt sieben wehrpflichtige Personen offiziell ein – als Fahrer, Teigformer und Maschinenführer. In der Realität gingen diese ihrer Arbeit jedoch nie nach und erfüllten keinerlei Pflichten. Auf dieser Grundlage wurde das Verfahren gegen die Frau eröffnet.
Schuldanerkenntnis und gerichtliche Auflagen
Am 21. Januar 2026 schloss die Angeklagte eine Vereinbarung zum Schuldanerkenntnis. Das Gericht verurteilte sie nach Artikel 114-1 Abs. 1 des Strafgesetzbuches der Ukraine zu einer Geldstrafe in Höhe von 499.800 Hrywnja. Zusätzlich muss sie 500.000 Hrywnja auf ein Sonderkonto des ukrainischen Verteidigungsministeriums überweisen. Die zuvor verhängte Sicherheitsleistung in Form einer Kaution wurde aufgehoben und das Geld an den Bürgen zurückerstattet.
Gegen das Urteil kann innerhalb von 30 Tagen Berufung eingelegt werden. Der Fall macht deutlich, mit welcher Härte die Justiz gegen Versuche vorgeht, sich der Mobilisierung zu entziehen. Dies unterstreicht die Notwendigkeit strikter Gesetzestreue in der aktuellen Lage.
Die Bedeutung dieses Urteils liegt nicht allein in der Bestrafung einer Einzelperson. Es demonstriert vielmehr die Entschlossenheit der Strafverfolgungsbehörden, Vergehen zu ahnden, welche die Verteidigungsfähigkeit des Landes beeinträchtigen können.
Die Scheinbeschäftigung von Wehrpflichtigen stellt ein schweres Vergehen dar, das die personellen Ressourcen der Streitkräfte schwächen kann – besonders in Kriegszeiten. Dieser Präzedenzfall soll ein deutliches Signal an andere Unternehmer senden, das geltende Recht auch unter schwierigen Bedingungen zu respektieren.
Lesen Sie auch
- Schulen in Henitschesk als Druckmittel: Besatzer zwingen Eltern zu Zahlungen an Russlands Armee
- Militärbehörden dürfen jetzt Wehrpflichtige zur Fahndung ausschreiben: Wer betroffen ist
- Neue Dokumentarerzählung über die Schlacht um Robotyne: 200 gefallene Namen festgehalten
- Finanzhilfe für Vertriebene: Welche Ukrainer Anspruch auf Unterstützung haben
- Frist naht sich: Ukrainer können rückwirkende Wohnbeihilfen beantragen
- Berechtigte ukrainische Senioren könnten eine zusätzliche Rentenaufstockung von 800 Hryvnia erhalten

