Mobilisierung trotz Hausarrest: So wehren sich Betroffene.
Einberufung trotz laufender Ermittlungen
Nach Angaben von Novyny.live: Die Einberufung von Personen, die unter Hausarrest stehen, ist rechtswidrig. Diese Frage gewann an Brisanz, nachdem ein Betroffener mobilisiert wurde, obwohl sein Gesundheitszustand eine Krankenhausbehandlung erforderte. Rechtsanwälte erläutern, wie man in solchen Fällen vorgehen sollte. Grundsätzlich kann ein Bürger, gegen den ermittelt wird und dem Hausarrest als Sicherungsmaßnahme auferlegt wurde, nicht zu den Streitkräften der Ukraine (ZSU) eingezogen werden.
Entgegen dieser Regelung kann es dennoch zur Mobilisierung kommen. Paragraph 4 der Verordnung des Ministerkabinetts der Ukraine Nr. 560 besagt explizit, dass verdächtige oder beschuldigte Personen, gegen die andere Sicherungsmaßnahmen als Untersuchungshaft verhängt wurden, nicht einberufen werden dürfen. Der Anwalt Jurij Ajwasjan stellt klar:
„Sie hätten nicht mobilisiert werden dürfen, da Paragraph 4 der Verordnung des Ministerkabinetts Nr. 560 festlegt, dass verdächtige oder beschuldigte Personen, gegen die im Vorverfahren oder während des Gerichtsverfahrens eine andere Maßnahme als Untersuchungshaft verhängt wurde, nicht einberufen werden.“
Vorgehen bei unrechtmäßiger Einberufung
Wer sich zum Beispiel im Krankenhaus befindet und nicht in die militärische Einheit zurückkehrt, wird höchstwahrscheinlich auf eine Liste zur Entlassung aus dem Militärdienst gesetzt. „Wenn Sie jetzt nicht aus dem Krankenhaus in Ihre Einheit zurückkehren, werden Sie höchstwahrscheinlich in die SZCh (Liste zur Entlassung) aufgenommen“, so Ajwasjan.
Im Falle einer rechtswidrigen Mobilisierung hat der Betroffene das Recht, gerichtlich dagegen vorzugehen. Der Anwalt betonte:
„Sie können vor Gericht ziehen und die unrechtmäßige Mobilisierung anfechten. Ob Ihnen diese Klage eine Entlassung ermöglicht, ist angesichts der jüngsten Entscheidung des Obersten Gerichts eine offene Frage, aber ein Versuch ist es wert.“
Er riet außerdem, schriftliche Beschwerden an folgende Stellen zu richten:
- die Nationalpolizei der Ukraine,
- das Staatliche Untersuchungsbüro,
- den Hohen Rat der Justiz.
Personen unter Hausarrest müssen daher über ihre Rechte und Handlungsoptionen im Mobilisierungsfall Bescheid wissen. Diese Situation zeigt die Schwierigkeiten auf, die entstehen, wenn strafprozessuale Sicherungsmaßnahmen und militärische Pflichten kollidieren. Insbesondere in Kriegszeiten ist die Einhaltung rechtlicher Vorgaben bei der Einberufung von größter Bedeutung, um staatliche Übergriffe zu verhindern.
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