Wenn Bäume im Frost krachen: Das Naturphänomen hinter den extremen Kältewellen in Nordamerika.
Arktische Kälte überzieht Nordamerika
Nach Angaben von TSN.ua: Eine extreme Kältewelle hat weite Teile Kanadas und der nördlichen USA fest im Griff. Die lebensfeindlichen Temperaturen, die teils unter –20 °C fallen und mit Wind sogar gefühlte –40 °C erreichen, hinterlassen sichtbare Spuren in der Natur. Besonders auffällig sind plötzlich auftretende Risse in Baumstämmen, die fälschlicherweise oft als 'Explosionen' beschrieben werden. Tatsächlich handelt es sich um sogenannte Frostrisse, die entstehen, wenn der Saft im Holzinneren extrem schnell gefriert.
Der Experte Simon Peacock von Green Drop Tree Care in Winnipeg erklärt, dass dieses Phänomen als 'frost cracks' bekannt ist. Besonders anfällig sind dünnrindige Laubbäume wie:
- Ahorn
- Esche
- Pappel
- Eiche
- Apfelbaum
- Pfirsichbaum
- Kirsche
Nadelbäume sind laut dem Forstexperten Bill McNee weniger gefährdet, doch auch bei ihnen kann der Frost durch das rapide Gefrieren des Saftes Risse verursachen. Solche Frostrisse sind ein deutliches Zeichen für den enormen Stress, den die Vegetation in diesen Regionen aktuell erleidet.
Weitere Folgen der Rekordkälte
Professor Bert Cregg von der Michigan State University ergänzt, dass die Bäume dabei einfach vertikal entlang des Stammes aufplatzen. Neben diesen Frostschäden an Bäumen können die extremen Temperaturen auch sogenannte Frostbeben ('frost quakes') auslösen. Ein weiteres faszinierendes Wetterphänomen in dieser Zeit ist 'Thundersnow' – Schneegewitter, die entstehen, wenn feucht-warme Luft auf eisige Kaltluft trifft. Diese Ereignisse zeigen, wie komplex und gewaltig die Wetterdynamik während solcher Kälteperioden sein kann.
Die anhaltende extreme Kälte in Kanada und den nördlichen USA hat erhebliche Auswirkungen auf die lokalen Ökosysteme. Frostrisse schwächen nicht nur die Gesundheit und Stabilität der Bäume, sondern können auch das Landschaftsbild und die Artenvielfalt langfristig verändern. Angesichts des Klimawandels, der zu häufigeren und intensiveren Wetterextremen führt, müssen solche Faktoren bei der Planung von Schutzmaßnahmen für Wälder und natürliche Ressourcen dringend berücksichtigt werden.
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