Neue Studie: Gene bestimmen die Hälfte unserer Lebenserwartung.
Die Hälfte unseres Lebens ist genetisch vorbestimmt
Nach Angaben von TSN.ua: Forscher des israelischen Weizmann-Instituts kommen zu einem klaren Ergebnis: Ungefähr 50 Prozent der menschlichen Lebensspanne werden durch die Gene bestimmt. Damit ist der Einfluss der Vererbung doppelt so groß wie bisher angenommen. Die andere Hälfte geht auf das Konto von Umweltfaktoren und zufälligen biologischen Prozessen. Diese Erkenntnis stellt frühere Annahmen auf den Kopf und unterstreicht die komplexe Wechselwirkung zwischen Natur und Lebensstil.
Wie die Forscher zu diesem Ergebnis kamen
Die Studie stützt sich auf Lebensdauerdaten von Tausenden Zwillingspaaren aus Dänemark und Schweden. Im Gegensatz zu früheren Schätzungen, die den genetischen Anteil auf nur 6 bis 33 Prozent bezifferten, zeigt diese umfangreiche Analyse einen deutlich höheren Wert. Ein weiterer Faktor: Seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist die sogenannte externe Sterblichkeit – etwa durch Unfälle oder Infektionen – gesunken, wodurch der relative Beitrag der Gene zur Langlebigkeit sichtbarer wurde.
Uri Alon, einer der Studienautoren, hofft, dass die Ergebnisse andere Forscher dazu inspirieren, gezielt nach den Genen zu suchen, die für ein langes Leben verantwortlich sind.
Sein Kollege Ben Shenhar wies auf eine interessante Beobachtung hin: Etwa 20 Prozent der Menschen, die das 100. Lebensjahr erreichen, leiden nicht unter schweren, schwächenden Krankheiten. Ein weiterer Autor, Richard Faragher, betonte den Nutzen der Studie: Sie zeige, dass der Mensch in Bezug auf das Altern den Modellorganismen ähnelt, an denen geforscht wird. Dies erleichtert die Übertragung von Erkenntnissen.
Die neuen Daten sind ein Meilenstein für die Altersforschung und werden künftige Ansätze in diesem Feld prägen. Die Identifizierung genetischer Langlebigkeitsfaktoren ebnet den Weg für medizinische Strategien, die nicht nur die Lebensdauer, sondern vor allem die Lebensqualität im Alter verbessern könnten.
- Künftige Forschung kann sich nun auf die Identifikation spezifischer Gene und Mechanismen konzentrieren, die ein langes Leben begünstigen.
- Die Erkenntnisse könnten langfristig erhebliche Auswirkungen auf das Gesundheitswesen und die Sozialpolitik weltweit haben.
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