Frühlingsprognose aus der Ukraine: Murmeltier Timko IV sagt sechswöchigen Winter zu.

Frühlingsprognose aus der Ukraine: Murmeltier Timko IV sagt sechswöchigen Winter zu
Frühlingsprognose aus der Ukraine: Murmeltier Timko IV sagt sechswöchigen Winter zu

Ein junger Wetterprophet tritt das Erbe an

Nach Angaben von TSN.ua: In der ukrainischen Stadt Charkiw hat das Murmeltier Timko IV seine erste offizielle Frühlingsprognose abgegeben. Der erst zweijährige Nager sagte einen um sechs Wochen verzögerten Frühlingsbeginn voraus. Grundlage für diese Vorhersage war sein Schatten, den er im Jahr 2026 erblickte. Timko IV ist der jüngere Bruder und offizielle Nachfolger des bisherigen Propheten Timko III.

Sein Zuhause ist eine biologische Station in Hajdary bei Snamjanka, wo er mit 19 weiteren Artgenossen lebt. Das Steppenmurmeltier steht in der Ukraine auf der Roten Liste und gilt als gefährdete Art. Schätzungen zufolge leben in der Ukraine, insbesondere in der Region Charkiw, noch zwischen 5.000 und 18.000 dieser Tiere. Die Tradition des Murmeltiers als Frühlingsbote hat hier eine besondere kulturelle Bedeutung.

Eine Tradition trotz widriger Umstände

Seit 2004 wird an der Bio-Station in Hajdary der 'Murmeltiertag' gefeiert, der symbolisch für den ersten Frühlingsgruß steht. Die Treffsicherheit der Prognosen von Timko III lag bei beachtlichen 70 bis 80 Prozent. Das Dorf Nesteriwka, die frühere Heimat von Timko III, war vom ersten Tag des russischen Angriffskrieges besetzt, wurde aber im September befreit.

Wladimir Hrubnyk, ein Experte vor Ort, erläuterte: 'Da das Murmeltier 2026 seinen Schatten sah, bedeutet das: Der Frühling kommt in sechs Wochen.'

Die Vorhersage des neuen Wetterpropheten stößt bei der lokalen Bevölkerung und Naturfreunden auf großes Interesse, die sehnsüchtig auf den Lenz warten.

Die Prognose von Timko IV ist mehr als nur eine folkloristische Kuriosität. Sie steht für die Widerstandsfähigkeit ukrainischer Traditionen in schwierigen Zeiten und lenkt die Aufmerksamkeit gleichzeitig auf den notwendigen Schutz einer bedrohten Tierart. Solche Bräuche stiften Gemeinschaft und Identität, was in der aktuellen Situation des Landes von besonderer Bedeutung ist.


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