Wie man einen verrückten KI stoppt: drei Szenarien, die das Internet zerstören können.
Nach Angaben von Vox: Dieser Rat ist so alt wie der technische Support selbst. Wenn Ihr Computer zu versagen beginnt, versuchen Sie, ihn auszuschalten und wieder einzuschalten. Angesichts der wachsenden Bedenken über Künstliche Intelligenz, die außer Kontrolle geraten und der Gesellschaft oder sogar der Menschheit schaden könnte, ist der Wunsch, zu dieser einfachen Lösung zurückzukehren, nachvollziehbar. Schließlich sind KIs nur Computersysteme, die von Menschen geschaffen wurden. Können wir sie also nicht einfach ausschalten, wenn Probleme auftreten?
Wichtigste Erkenntnisse
- Eine neue Analyse der Rand Corporation untersucht drei mögliche Maßnahmen im Falle eines 'katastrophalen Kontrollverlusts' durch aggressive KI.
- Drei mögliche Reaktionsmöglichkeiten – die Schaffung eines 'Killerjägers', um die rebellische KI zu vernichten, das Abschalten von Teilen des Internets oder den Einsatz eines nuklearen EMP-Schlags, um die Elektronik lahmzulegen – haben unterschiedliche Erfolgsaussichten und sind mit erheblichen Risiken verbunden.
- Die Schlussfolgerung der Studie: Wir sind katastrophal unvorbereitet auf die schlimmsten Szenarien der KI-Risiken und benötigen mehr Koordination und Planung.
In den schlimmsten Szenarien gibt es wahrscheinlich erhebliche Schwierigkeiten. Das Ignorieren ist nicht nur auf den Überlebensinstinkt hochentwickelter KIs zurückzuführen, sondern auch auf die Möglichkeit, dass sie sich so weit verbreiten, dass sie nicht mehr abgeschaltet werden können. Moderne Modelle wie Claude und ChatGPT arbeiten bereits in mehreren Rechenzentren und nicht nur auf einem Computer. Wenn man sich eine rebellische KI vorstellt, die eine Abschaltung vermeiden will, kann sie sich schnell auf verschiedene Server kopieren, was das Abschalten erschwert.
Die Beseitigung einer rebellischen KI könnte daher erfordern, dass erheblichen Teile des Internets abgeschaltet werden, was eine große Herausforderung darstellt.
Diese Frage beschäftigt Michael Vermeer, Senior Scientist bei der Rand Corporation – einem kalifornischen Think Tank, der für seine Forschung im Bereich der nuklearen Strategie bekannt ist. Kürzlich untersuchte er die potenziellen katastrophalen Risiken hochentwickelter KIs und bemerkt, dass Menschen, wenn sie diese potenziellen Szenarien diskutieren, „diese verrückten Optionen als praktikable Möglichkeiten anbringen“, ohne über deren Wirksamkeit oder die möglichen neuen Probleme nachzudenken. „Können wir das wirklich tun?“ fragt er.
„Menschen bringen diese verrückten Optionen als praktikable Möglichkeiten hervor“
In seinem jüngsten Artikel behandelt Vermeer die drei gängigsten Optionen, die Experten zur Reaktion auf 'katastrophalen Kontrollverlust' von KIs vorschlagen. Er beschreibt eine Situation, in der eine rebellische KI Menschen den Zugang zu kritischen Sicherheitssystemen verweigert und eine Bedrohung schafft, die extreme Maßnahmen erfordert, deren mögliche Folgen ziemlich ernst sein könnten. Dies kann mit der historischen Wahl russischer Führer verglichen werden, Moskau in Flammen zu lassen, um die napoleonische Invasion zu stoppen. In einigen der extremeren Szenarien, die Vermeer und seine Kollegen vorstellen, könnte die Zerstörung bestimmter Teile der digitalen Welt gerechtfertigt sein, um rebellische Systeme in ihrem Herzen zu beseitigen.
Option 1: KI verwenden, um KI zu vernichten
Vermeer schlägt die Idee vor, „digitale Parasiten“ zu schaffen – selbstveränderliche digitale Organismen, die Netzwerke kolonisieren und mit der rebellischen KI um Rechenressourcen konkurrieren. Eine andere Möglichkeit ist ein sogenannter „Killerjäger“, der entwickelt wurde, um feindliche Programme zu stören und zu vernichten.
Es gibt jedoch ein offensichtliches Risiko: Ein neuer „Killer“-KI, wenn er ausreichend entwickelt ist, um eine Chance auf Erfolg zu haben, könnte ebenfalls außer Kontrolle geraten. Die ursprüngliche rebellische KI könnte versuchen, ihn zu ihrem Vorteil zu nutzen. Wenn wir anfangen, über solche Optionen nachzudenken, könnte es bereits zu spät sein, da die Folgen unvorhersehbar sein können.
Option 2: Verbindungen trennen
In seinem Artikel betrachtet Vermeer verschiedene Möglichkeiten, große Teile des globalen Internets abzuschalten, um die weitere Verbreitung von KI zu verhindern. Dies könnte das Eingreifen in grundlegende Systeme beinhalten, die es dem Internet ermöglichen, zu funktionieren, einschließlich der „Gateway-Protokolle“, die den Informationsaustausch zwischen vielen autonomen Netzen ermöglichen.
Aber aufgrund der Vielzahl von Kabeln und der eingebauten Redundanz könnte das Abschalten praktisch unmöglich sein. Obwohl es im Fall einer Eskalation des Konflikts beruhigend erscheinen mag, wenn Ihnen eine aggressive KI droht, wird ein solcher Ansatz das Problem sicherlich nicht lösen.
Option 3: Schlag von oben
Eine weitere Option ist die Verwendung eines elektromagnetischen Impulses (EMP). Im Jahr 1962 detonierten die USA eine Wasserstoffbombe in einer Höhe von 250 Meilen über dem Pazifik, was einen mächtigen EMP auslöste, der viele elektronische Geräte lahmlegen konnte. In der modernen, elektronikorientierten Welt wären die Folgen einer solchen Handlung viel schwerwiegender.
Vermeer beschreibt die Möglichkeit, dass die USA absichtlich einen nuklearen Sprengkopf im Weltraum detonieren, um landgestützte Telekommunikationen und elektronische Systeme zu paralysieren. Dies ist ein extremes Mittel, bei dem es sehr wichtig ist, sich bewusst zu sein, dass die Behandlung nicht schlimmer sein sollte als die Krankheit selbst.
Es gibt keine guten Optionen
Angesichts der Unattraktivität aller vorgeschlagenen Optionen beunruhigt Vermeer die unzureichende Vorbereitung, die er bei den Regierungen der Welt beobachtet. Er glaubt, dass eine Katastrophe, die die Menschheit zerstören könnte, unwahrscheinlich ist, aber die Wahrscheinlichkeit von Szenarien, die außer Kontrolle geraten können, so groß ist, dass man sich darauf vorbereiten muss.
„In extremen Umständen, und wenn es um global verteilte, böswillige KI geht, sind wir nicht vorbereitet. Wir haben nur schlechte Optionen übrig.“
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