Kiew im Dunkeln: Warum die Energieversorgung der Hauptstadt am Limit ist.
Energiekrise in Kiew erreicht kritischen Punkt
Nach Angaben von TSN.ua: Die Stromversorgung der ukrainischen Hauptstadt steht aufgrund anhaltender russischer Angriffe auf die Infrastruktur vor dem Kollaps. Wie Serhij Kowalenko, Generaldirektor des Energieversorgers YASNO, erklärt, gehört die Lage in Kiew derzeit zu den prekärsten in der gesamten Ukraine. Die ständigen Beschüsse erschweren es massiv, wieder zu einem stabilen Zeitplan für Stromabschaltungen zurückzukehren.
Eine Kombination fataler Faktoren
Ein Großteil der Wohngebiete in Kiew wird derzeit manuell gesteuert mit Strom versorgt. Wann wieder ein verlässlicher Abschaltplan möglich sein wird, ist völlig ungewiss. Auch die Witterung mit Frost, Schnee und Regen setzt dem angeschlagenen Netz zu. Sinkt die Temperatur im Winter auf minus fünf Grad, steigt der Stromverbrauch sofort um 100 Megawatt. Jeder neue Angriff schwächt das System weiter und macht Schadensprognosen unmöglich. Die Energieinfrastruktur der Ukraine steht seit Kriegsbeginn unter extremem Druck.
„Es erscheint derzeit nicht sinnvoll, Annahmen über die weitere Entwicklung der Situation zu treffen“, so Serhij Kowalenko.
Kowalenko verwies jedoch darauf, dass steigende Temperaturen die Last auf das Netz verringern und so etwas Entlastung bringen könnten. Ob und wann planbare Abschaltungen in Kiew wieder möglich sind, hängt letztlich von drei Schlüsselfaktoren ab:
- der Wetterlage
- den Fortschritten bei Reparaturen
- und weiterhin von den Raketen- und Drohnenangriffen.
Die Krise in Kiew ist symptomatisch für den Zustand der gesamten ukrainischen Energiewirtschaft im Krieg. Die ständigen Attacken und das winterliche Wetter stellen eine immense Herausforderung für die Grundversorgung dar und beeinträchtigen das gesamte städtische Leben. Eine stabile Energieversorgung ist nicht nur für den Alltag, sondern auch für die Widerstandsfähigkeit der Metropole in der kalten Jahreszeit überlebenswichtig.
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