Wann und welchen Kutya kochen die Ukrainer: drei Feste und ihre Traditionen.

Wann und welchen Kutya kochen die Ukrainer: drei Feste und ihre Traditionen
Wann und welchen Kutya kochen die Ukrainer: drei Feste und ihre Traditionen

Nach Angaben von ТСН: Die Tradition der Kutya-Zubereitung in der Ukraine hat tiefen Wurzeln und symbolische Bedeutung. Es ist nicht nur ein Gericht, sondern ein ritueller Brei, der wichtige Winterfeste begleitet, die mit Glauben, dem Andenken an die Vorfahren und gemeinschaftlichen Feierlichkeiten verbunden sind. Die Ukrainer bereiten Kutya dreimal im Jahr zu: an Heiligabend vor Weihnachten, am Silvesterabend vor dem Neujahr und am Vorabend der Epiphanie.

Kutya an Heiligabend vor Weihnachten

Der Heiligabend vor Weihnachten, der am 24. Dezember gefeiert wird, ist der Tag der Zubereitung von reicher Kutya, dem zentralen rituellen Gericht auf dem festlichen Tisch. An diesem Tag versammelt sich die Familie, hält bis zum Abend eine Fastenzeit ein, und die Kutya symbolisiert Wohlstand, Einheit und den Segen für das kommende Jahr.

Kutya am Silvesterabend

Das dritte wichtige Datum ist der 31. Dezember, das Fest von Malanka, bekannt als Silvesterabend. An diesem Tag bereiten die Ukrainer auch reichhaltige Kutya zu, die fettreiche Zutaten enthalten kann, da das Fasten nicht mehr streng ist. Diese Kutya symbolisiert den Segen des neuen Jahres und die Generosität der Gastgeber.

Hungrige Kutya am Vorabend der Epiphanie

Die hungrige Kutya wird am Vorabend der Epiphanie, dem 5. Januar, gegessen. An diesem Tag bereitet man eine magere Version des Gerichts zu, ohne Öl oder fettreiche Zutaten. Sie symbolisiert die Reinigung und die Vorbereitung auf das große Fest der Taufe.

Verschiedene Arten von Kutya: Bedeutung und Symbolik

Jede Art von Kutya hat eine besondere Bedeutung:

  • Reiche Kutya – das zentrale Gericht am Heiligabend, symbolisiert Wohlstand und Einheit.

  • Großzügige Kutya – wenn das neue Jahr gefeiert wird, symbolisiert sie Großzügigkeit und den Wunsch, ein glückliches Jahr zu haben.

  • Hungrige Kutya – wird am Vorabend der Epiphanie gegessen, betont Zurückhaltung und spirituelle Vorbereitung.

Volkstümliche Vorzeichen und Verbote

Kutya wird auf Basis von Weizen zubereitet, der Fruchtbarkeit symbolisiert. Zutaten wie Mohn, Honig, Nüsse und Rosinen werden hinzugefügt. Traditionell wird Kutya mit dem Schutz vor Widrigkeiten assoziiert. Das Weizenkorn oder die Gerste symbolisieren die Einheit der Lebenden und der Verstorbenen.

Kutya ist nicht nur ein Teil des festlichen Tisches, sondern auch Träger von volkstümlichen Vorzeichen und Aberglauben, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Einer der Bräuche ist das Werfen eines Löffels Kutya an die Decke, was als Zeichen eines reichlichen Ertrags gilt. Auch mit Kutya wurde der erste Schluck Kompott serviert, um Segen für das Fest zu bitten.

Nach dem Aberglauben darf das Essen nicht begonnen werden, bevor die gesamte Familie versammelt ist und ein gemeinsames Gebet gesprochen wird. Das Nichteinhalten dieser Regel galt als „Zerschlagung“ der familiären Einheit.

Es ist auch wichtig, während der Zubereitung des Gerichts Lärm und Streitereien zu vermeiden, da dies Unglück bringen kann. Bei der Auswahl des Getreides für Kutya baten die Hausfrauen oft um eine gute Ernte und Frieden im Haus, was den Respekt vor Traditionen und Werten der Familie widerspiegelt.

Somit sind die mit Kutya verbundenen Traditionen ein wichtiger Teil des ukrainischen kulturellen Erbes. Sie bewahren Glauben, Ethik und Respekt vor dem Leben und der Familie und bleiben auch im modernen feierlichen Kontext relevant.


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