Brigadekommandeur Denis Perch über die größten Baustellen der ukrainischen Armee: Personalmangel und Bürokratie.
Die Zukunftspläne von Denis Perch
Nach Angaben von Espreso.tv: Denis Perch, Vizepräsident des WWFC und des ukrainischen Mixed-Martial-Arts-Verbandes, hat als Kommandeur der 107. Brigade seine strategischen Vorstellungen für die kommende Zeit dargelegt. Gleichzeitig benennt er die drängendsten Probleme, mit denen die ukrainischen Streitkräfte im Krieg konfrontiert sind. Perch dient bereits seit über vier Jahren in der Armee und hebt besonders die Herausforderungen hervor, vor denen seine eigene Einheit steht.
Ein zentrales Problem ist nach Aussage von Perch der akute Mangel an Infanteriepersonal. Diese Situation erfordert sofortiges Handeln. Geplant ist, durch die Einrichtung von Rekrutierungszentren die Einstellung zum Dienst in der Brigade grundlegend zu verändern. Zudem wurde die Zahl der Drohnenteams in der Einheit um das 1,5-Fache erhöht – ein wichtiger Schritt zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit.
Kampfeinsätze und Führungsdefizite
Perch berichtete außerdem, dass die 107. Brigade an den Kämpfen in Awdijiwka, Lyman, Torezk, der Region Charkiw und Bachmut beteiligt war. Sein aktuelles Ziel ist es, die Brigade zu festigen, indem er die Führungsebene der Unteroffiziere stärkt und die Versorgung durch lokale Selbstverwaltungsorgane sowie Wohltätigkeitsorganisationen sicherstellt.
- Zu wenig Unteroffiziere
- Unzureichende Auseinandersetzung mit der Militärgeschichte
- Fehlen eines regelmäßigen Feedback-Systems
Wir müssen weg von der Logik 'die Einheit muss den bürokratischen Weg gehen' hin zur Logik 'das System muss der Einheit helfen, den Auftrag zu erfüllen'
Denis Perch
Ein weiterer wichtiger Punkt: Der frühere Kommandeur der 107. Brigade, Ihor Issatschenko, wurde im Februar 2026 festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, Bestechungsgelder in Höhe von 300.000 Griwna angenommen zu haben. Dieser Vorfall hat die internen Abläufe in der Brigade ebenfalls beeinflusst.
Perch betonte die Bedeutung einer zweiten Chance: 'Ich bin der Meinung, dass jeder das Recht auf Fehler hat. Handelt es sich um unerlaubtes Entfernen von der Truppe beim ersten Mal, dann sollte die Person eine zweite Chance bekommen.' Er stellte klar, dass seine eigene Entscheidung zu dienen bewusst getroffen wurde: 'Ich habe nicht gezögert. Mir war klar, dass es keine Pflicht oder Errungenschaft ist, sondern ein Kampfauftrag.'
Anzumerken ist, dass innerhalb der Brigade Ende 2023 das Bataillon 'Favorit' aufgestellt wurde – ein Indiz für aktive Bemühungen, die Gefechtsbereitschaft und Effektivität der Einheit zu steigern.
Die Aussagen von Denis Perch verdeutlichen die ernsten Herausforderungen für die ukrainischen Streitkräfte: Personalknappheit und die dringende Modernisierung von Führungsprozessen. Rekrutierungszentren und die Stärkung der Unteroffiziersebene könnten entscheidende Schritte zur Verbesserung der Lage in der Brigade sein. Die anhaltenden intensiven Kämpfe an der Front erfordern eine ständige Erneuerung und Anpassung der Einheiten, was die Bedeutung solcher Initiativen für die gesamte Landesverteidigung unterstreicht.
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