Kiew weist ungarische Vorwürfe zurück: Keine Forderung nach Waffen für Öl.
Dementi des ukrainischen Außenministeriums
Nach Angaben von TSN.ua: Das ukrainische Außenministerium hat Äußerungen seines ungarischen Amtskollegen Péter Szijjártó zurückgewiesen. Dieser hatte behauptet, ukrainische Vertreter hätten Waffen und Geld als Gegenleistung für die Wiederinbetriebnahme der ungarischen Strecke der Erdölpipeline "Druschba" gefordert. Szijjártó präzisierte später, es sei um einen EU-Kredit für die Ukraine in Höhe von 90 Milliarden Euro gegangen. Der Sprecher des ukrainischen Außenministeriums, Georgij Tychyj, widersprach dem entschieden. Er betonte, von ukrainischer Seite habe es keinerlei Signale gegeben, die Öllieferungen nach Ungarn aus politischen Gründen zu blockieren.
Wie es heißt, wurde der ungarische Diplomat zu einem Gespräch einbestellt, weil er den Inhalt eines Treffens verzerrt dargestellt habe. Péter Szijjártó hatte behauptet:
„Sie haben anerkannt, dass es keinen physikalischen oder technischen Grund gibt, den Transport nicht wieder aufzunehmen, es gibt nur politische Gründe.“Georgij Tychyj stellte hingegen klar, die ukrainische Seite habe keinerlei Bedingungen für die Wiederaufnahme der Öllieferungen gestellt. Die Spannungen zwischen den Nachbarländern sind vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs besonders heikel.
Ungarns innenpolitische Lage als möglicher Faktor
Parallel dazu ist der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán mit massiver Kritik an den EU-Unterstützungsinitiativen für die Ukraine hervorgetreten. Dies geschieht in einer Phase, in der seine Partei in Umfragen rund 20 Prozent hinter der oppositionellen Kraft "Tisza" von Péter Magyar zurückliegt. Die Situation um die "Druschba"-Pipeline und ihre Wiederinbetriebnahme bleibt angesichts der jüngsten Äußerungen ungarischer Amtsträger und der ukrainischen Reaktionen weiterhin angespannt.
Die Beziehungen zwischen der Ukraine und Ungarn bleiben aufgrund politischer Faktoren schwierig, was sich auch auf die wirtschaftlichen Verbindungen, insbesondere im Energiebereich, auswirkt. Die zunehmende Spannung scheint auch mit der innenpolitischen Situation in Ungarn verknüpft zu sein und könnte ernste Folgen für die Zusammenarbeit der beiden Länder haben – besonders im Kontext der europäischen Energiesicherheit und der Ukraine-Unterstützung. Die Entwicklung unterstreicht die Notwendigkeit diplomatischer Lösungen und eines offenen Dialogs, um weitere Eskalationen zu vermeiden.
Lesen Sie auch
- Ungarisches Kommando gegen ukrainischen Geldtransport: Orbáns Rolle im Oschadbank-Coup
- Orban persönlich leitete einen Überfall auf die gepanzerten Fahrzeuge der Oschadbank: Was wir wissen
- Ungarns Premier vor UN-Posten: Orbán winkt diplomatische Immunität
- Ungarn stellt 11 Forderungen an Kiew: Premier Madar knüpft Treffen mit Selenskyj an Bedingungen
- EU-Kommission startet am 16. Juni erste Beitrittsgespräche mit der Ukraine
- Energiesicherheit in Gefahr: Budapest wirft Kiew Angriffe auf die „Türkische Pipeline“ vor

