Das große Artenrennen: Warum die Entdeckung neuer Spezies ein Wettlauf gegen die Zeit ist.

Das große Artenrennen: Warum die Entdeckung neuer Spezies ein Wettlauf gegen die Zeit ist
Das große Artenrennen: Warum die Entdeckung neuer Spezies ein Wettlauf gegen die Zeit ist

Ein Wettlauf gegen das Verschwinden

Nach Angaben von Vox - Загальний: Die Erfassung der biologischen Vielfalt unseres Planeten und die Bedrohungen, denen sie ausgesetzt ist, sind heute drängender denn je. Obwohl Carl Linnaeus bereits 1735 mit seinem wegweisenden Werk 'Systema Naturae' über 10.000 Pflanzen- und Tierarten beschrieb, gehen Wissenschaftler davon aus, dass bis heute nur etwa 10 % aller Arten überhaupt bekannt sind. Diese gewaltige Wissenslücke zeigt, wie unvollständig unser Bild von der globalen Biodiversität ist. Der Weltbiodiversitätsrat IPBES warnt, dass etwa 1 Million Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht sind. Die gegenwärtige Aussterberate liegt 100- bis 1000-mal höher als der natürliche Hintergrundwert – ein alarmierender Befund für Forscher und Umweltschützer.

Neuentdeckungen unter Druck

Vor diesem bedrohlichen Hintergrund ist die wissenschaftliche Suche intensiver geworden: In der Zeit von 2015 bis 2020 wurden jährlich mehr als 16.000 neue Arten beschrieben. Doch diese Erfolge werden von einer beunruhigenden Entwicklung überschattet: Der Anteil der als bedroht eingestuften Arten unter diesen Neuentdeckungen ist von 11,9 % auf heute 30 % gestiegen. Das bedeutet, dass viele Arten bereits gefährdet sind, wenn die Wissenschaft sie überhaupt erst zu Gesicht bekommt.

Initiativen wie die 2023 gestartete, auf zehn Jahre angelegte 'Ocean Census'-Mission zielen darauf ab, das Wissen über die marine Biodiversität entscheidend zu verbessern. Ein Hoffnungsschimmer im selben Jahr war die Wiederentdeckung des Langschnabeligels, der seit 1961 nicht mehr gesichtet worden war. Solche Fälle zeigen, dass Schutzbemühungen nicht vergebens sind.

Der Forscher John Wiens bringt es auf den Punkt: 'Es ist ein schlecht bekannter Planet, auf dem wir leben.'
Doch die wissenschaftlichen Fortschritte geben Anlass zur Hoffnung.

Trotz aller Herausforderungen eröffnen moderne DNA-Technologien und die Einbindung von Bürgerwissenschaftlern neue Wege, um Arten zu erforschen und zu schützen. Der Wettlauf gegen die Auslöschung ist in vollem Gange, und es ist von entscheidender Bedeutung, die Anstrengungen zu verstärken, um unsere gemeinsame Lebensgrundlage zu bewahren. Die Lage erfordert dringendes Handeln von der Wissenschaft, Regierungen und der gesamten Gesellschaft. Die steigende Zahl neu entdeckter, aber bereits gefährdeter Arten unterstreicht die Notwendigkeit, ökologischen Problemen mehr Aufmerksamkeit zu schenken und wirksame Schutzmaßnahmen umzusetzen. Projekte wie 'Ocean Census' können dabei ein wichtiger Schritt sein, um die Ozeane und ihre faszinierende Vielfalt besser zu verstehen und zu erhalten.


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