Reality-TV macht „Girl’s Girl“ zum ultimativen Urteil: Warum Frauen für ihre Solidarität mit Freundinnen verurteilt werden.
Das Phänomen „Girl’s Girl“ in Reality-Shows
Nach Angaben von Vox - Загальний: In den Sendern des US-Kabelsenders Bravo, besonders in Formaten wie „Summer House“, ist der Begriff „Girl’s Girl“ in den Mittelpunkt gerückt. Er beschreibt Frauen, die ihre Freundinnen bedingungslos unterstützen und deren Wohl über das von Männern stellen. Eine kontrovers diskutierte Figur in diesem Zusammenhang ist Amanda Batula aus „Summer House“. Wie viele andere Frauen bei Bravo wird auch sie kritisiert, wenn sie andere Frauen nicht genug unterstützt – was die Frage aufwirft, was dieser Begriff eigentlich bedeutet.
Eine „Girl’s Girl“ zu sein, heißt, in jeder Situation hinter ihren Freundinnen zu stehen. Auch in anderen Reality-Formaten gibt es ähnliche Vorwürfe: 2018 etwa warf Ramona Singer in der 10. Staffel von „Real Housewives of New York“ Bethenny Frankel vor, andere Frauen nicht zu unterstützen. Das zeigt, wie schwierig es für Frauen in der konkurrenzbetonten Welt des Reality-Fernsehens ist, diesen Erwartungen gerecht zu werden.
Soziale Dynamiken und die Rolle der „Girl’s Girl“
Während der „Scandoval“-Ära in „Vanderpump Rules“, die um Tom Sandoval kreiste, wurden jene Frauen, die Ariana Madix beistanden, als „Girl’s Girls“ gefeiert. Dies verdeutlicht, wie sich soziale Dynamiken je nach weiblicher Unterstützung formen und wandeln. In der 6. Staffel von „Love Island“ gründeten Teilnehmerinnen sogar eine Gruppe namens „Powerpuff Girls“, die sich gegenseitig aktiv unterstützte – ein weiteres Zeichen für die Popularität dieses Konzepts.
Experten betonen die Bedeutung der „Girl’s Girl“-Rolle im Reality-TV. So sagt John Gibson:
„Wenn du eine Frau bei Bravo bist, ist einer der schlimmsten Vorwürfe, den man dir machen kann, dass du keine 'Girl’s Girl' seist.“Yalda Uhls ergänzt: „Es ist ein Versuch, gutes Verhalten zu belohnen und schlechtes zu bestrafen“ – was auf eine Art gemeinsamen Ethos unter Frauen in dieser Kultur hindeutet.
Das Phänomen „Girl’s Girl“ spiegelt nicht nur die sozialen Beziehungen zwischen Frauen wider, sondern unterstreicht auch, wie sie kulturelle Normen in Reality-Shows prägen. Diese Thematik bleibt relevant, solange Frauen auf dem Bildschirm um Unterstützung und Anerkennung in einem wettbewerbsorientierten Umfeld kämpfen.
Insgesamt zeigt der Begriff „Girl’s Girl“ in Reality-Shows, wie Frauen unter Druck und Konkurrenz Gemeinschaften bilden und einander helfen. Er steht nicht nur für persönliche Dynamiken, sondern auch für breitere soziokulturelle Veränderungen – etwa die Infragestellung weiblicher Solidarität. Solche Diskussionen tragen dazu bei, positivere Frauenbilder in den Medien zu formen.
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