Fingerprint in Harz: Wer baute das älteste Boot Skandinaviens.
Nach Angaben von ТСН: Wissenschaftler haben eine einzigartige Entdeckung gemacht - einen Fingerabdruck im antiken Harz, das zur Versiegelung des ältesten bekannten Holzbootes in Skandinavien verwendet wurde. Dies ermöglichte es, eine direkte Verbindung zu den Seekriegern herzustellen, die dieses Schiff vor über zweitausend Jahren benutzten, und neue Informationen über ihre Herkunft zu erhalten.
Enthüllung antiker Geheimnisse
Die von der Universität Lund durchgeführten Forschungen umfassten eine detaillierte Analyse des auf dem Boot gefundenen Harzes und beleuchteten die alte Kontroversen über die Herkunft der Seeräuber, die im 4. Jahrhundert v. Chr. die Insel Als in der Nähe des heutigen Dänemark angriffen.
Historische Daten zeigen, dass eine kleine Flotte von vier Booten die Insel überfiel, aber besiegt wurde. Nach der Schlacht hinterließen die Verteidiger der Insel möglicherweise die Waffen der Angreifer und eines der Boote im Moor als rituelles Opferzeichen des Sieges.
“Woher kamen diese Seekrieger und warum griffen sie die Insel Als an – diese Fragen blieben jahrzehntelang ein Rätsel”, sagte der Archäologe der Universität Lund, Mikael Fowel.
Entdeckung des Hjortspring
Das Boot, bekannt als Hjortspring, wurde Ende des 19. Jahrhunderts im Hjortspring-Moor entdeckt, und umfangreiche Ausgrabungen wurden in den 1920er Jahren durchgeführt. Dies ist das einzige bekannte prähistorische Boot in Skandinavien, das aus Holzplanken gebaut wurde. Durch das absichtliche Eintauchen in das Moor blieb es in ausgezeichnetem Zustand erhalten. Heute wird das Boot im Nationalmuseum von Dänemark ausgestellt.
Kürzlich entdeckten Forscher Teile des Schiffes ohne chemische Konservierungsmittel, was die Anwendung moderner wissenschaftlicher Analysemethoden ermöglichte. Es stellte sich heraus, dass das Boot mit Kiefernharz versiegelt wurde, was auf seine Herkunft aus einer Region mit vielen Kiefernwäldern hinweist.
“Dies ist ein wichtiger Beweis. Er zeigt, dass das Schiff nicht dort gebaut wurde, wo es gefunden wurde”, erklärte Fowel.
Neue Funde und Forschungsmethoden
Früher glaubten Wissenschaftler, dass das Boot und seine Besatzung aus dem heutigen Hamburg stammten, aber nun zeigen neue Daten, dass sie aus dem Ostseeraum kommen könnten.
“Wenn das Schiff an der Ostseeküste gebaut wurde, bedeutet das, dass die Angreifer Hunderte von Kilometern offenen Meeresüberquerungen unternahmen, um den Überfall auszuführen”, betonte der Archäologe.
Der Ort, an dem der Fingerabdruck gefunden wurde, erfordert noch detailliertere Untersuchungen. Der genaueste Weg zur Bestimmung der Herkunft des Bootes könnte die Dendrochronologie sein – die Untersuchung der Jahresringe des Holzes, die das Material mit einer bestimmten Region verbinden.
Wissenschaftler hoffen auch, alte DNA aus dem Harz zu extrahieren, die mehr Informationen über die Menschen liefern könnte, die dieses Boot bauten und benutzten.
Diese Entdeckung ist das Ergebnis harter Arbeit des Forschungsteams, das die Archive des Nationalmuseums von Dänemark, alte Briefe und Dokumentationen studierte.
“Als wir einige Kisten mit ursprünglichen Grabungsfunden fanden, die seit über 100 Jahren nicht untersucht wurden, war das äußerst aufregend”, sagte Fowel.
Für die Analyse verwendeten die Wissenschaftler Radiokarbon-Datierung, Röntgentomographie, Gaschromatographie und Massenspektrometrie. Es wurde auch ein digitales 3D-Modell des Fingerabdrucks erstellt und die Seile, die beim Bau des Schiffes verwendet wurden, rekonstruiert.
Die gewonnenen Ergebnisse eröffnen einen neuen Blick auf Meeresüberfälle, Schiffbautechnologien und die Bewegung von Menschen in Nordeuropa vor mehr als zweitausend Jahren.
Lesen Sie auch
- Wende an der Front: Brücke bei Tschonhar zerstört – Erstmals FP-5-Flamingo-Raketen im Einsatz
- Neue Vergeltungsziele: Iran droht mit Angriffen auf US-Stützpunkte in drei Ländern
- Krim unter Druck: Russische Besatzer kämpfen mit Treibstoffmangel und Nachschubproblemen
- 530 Drohnen und Raketen binnen drei Tagen: Russlands Angriffswelle fordert Dutzende Verletzte in der Ukraine
- Bis 2050: Japan will 14 Atomreaktoren ersetzen – erster Masterplan seit Fukushima
- Ukrainische Angriffe auf russische Ölanlagen: Brände in drei Regionen gemeldet

