Vier Fußgänger in Kiew getötet: Mercedes-Fahrer raste mit 150 km/h in Menschengruppe.
Tödlicher Unfall in Kiew
Nach Angaben von Novyny.live: Am 5. Juni ereignete sich in Kiew ein schwerer Verkehrsunfall, bei dem vier Fußgänger ums Leben kamen – darunter der zwölfjährige Grischa Gluschitsch. Der Fahrer eines Mercedes-Benz C300, der 49-jährige Pawel Pljaschiwzew, verlor nach ersten Erkenntnissen auf dem Solomjanka-Abschnitt die Kontrolle über sein Fahrzeug, als er mit rund 150 km/h unterwegs war. Der Zusammenstoß geschah in einer Unterführung.
Der Fahrer, Pawel Pljaschiwzew, war kein unbeschriebenes Blatt: In der Vergangenheit hatte er bereits 39 Verkehrsverstöße begangen und war in diesem Jahr an zwei weiteren Unfällen beteiligt gewesen. Die Tragödie wirft erneut ein Schlaglicht auf die Sicherheitslage im ukrainischen Straßenverkehr.
Aussage der Beifahrerin
Julija Wolkowska, die im Wagen mitfuhr, schilderte die Momente vor dem Unglück:
„Er hat sofort erraten, aus welchem Jahr ich bin. Wir haben Witze über Kinder gemacht, er hat auch mitgescherzt. Wir sind losgefahren, nach ein paar Minuten fing er an, den Wagen aufzudrehen. Ich weiß nicht, warum. Wir fuhren im Zickzack, überholten andauernd – wie in einem Zeichentrickfilm oder einem Rennspiel. Ich habe nicht weiter darauf geachtet, weil ich unterwegs auf mein Handy schauen musste. Ich habe den Kopf gesenkt. Er bekam auch einen Anruf. Er nahm das Telefon vom Armaturenbrett. Ich kann mich nicht erinnern, dass er es zurückgelegt hätte. Er war noch am Telefonieren. Dann fiel mir auf, dass der Spiegel auf meiner Seite wegflog. Ich sagte: ‚Was machst du da? Halt an!‘ Er hat nicht auf mich reagiert. Er war bei Bewusstsein. Er ist nicht umgekippt oder so. Er hielt das Lenkrad fest und ignorierte mich. Dann hörte ich den Aufprall. Ich schloss die Augen und bremste mit meinem Körper ab.“
Der Fall hat in der Öffentlichkeit große Betroffenheit ausgelöst. Die Anwältin der Familie des getöteten Kindes, Nadija Tschuchrajewa, und der Abgeordnete Wolodymyr Krejdenko fordern härtere Strafen für Verkehrssünder. Auch Oleksij Motschanow, Vizepräsident des ukrainischen Automobilverbands, äußerte sich besorgt über die Zustände auf den Straßen des Landes.
Das Unglück unterstreicht einmal mehr, wie wichtig die Einhaltung von Verkehrsregeln und ein verantwortungsvoller Umgang mit der Sicherheit im Straßenverkehr sind. In der Ukraine bleibt die Zahl schwerer Unfälle hoch, und dieser Vorfall könnte die Diskussion über strengere Kontrollen und härtere Maßnahmen gegen Wiederholungstäter neu entfachen. Die Reaktion von Gesellschaft und Politik auf diese Katastrophe könnte den Weg für gesetzliche Änderungen ebnen.
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