Marsresistenter Pilz stellt NASA-Missionen infrage: Steht eine Neufassung der Sterilisationsrichtlinien bevor?.
Aspergillus calidoustus trotzt extremen Bedingungen
Nach Angaben von Novyny.live: Ein Forschungsteam hat die außergewöhnliche Widerstandsfähigkeit des mikroskopischen Pilzes Aspergillus calidoustus nachgewiesen. Er überlebt unter Bedingungen, die denen auf dem Mars ähneln. Diese Entdeckung könnte weitreichende Folgen für die Vorschriften zur Sterilisation von Raumfahrzeugen haben – ein entscheidender Faktor für künftige Marsmissionen.
Bei der Untersuchung von 27 verschiedenen Pilzstämmen erwies sich Aspergillus calidoustus als der robusteste. Er übersteht:
- Strahlung,
- Kälte,
- niedrigen Druck,
- und gängige Sterilisationsverfahren.
Die Sporen dieses Pilzes können bis zu sechs Monate lang kosmischer Strahlung ausgesetzt sein und überleben. Dies stellt die Wirksamkeit der bisherigen Sterilisationsmethoden infrage. Zudem blieben die Sporen selbst nach einer zweistündigen Behandlung mit trockener Hitze bei etwa 125 °C noch lebensfähig. Eine vollständige Abtötung gelang nur durch die Kombination von extremer Kälte und Strahlung.
Auswirkungen auf künftige Raumfahrtmissionen
Diese Ergebnisse könnten zu einer Überarbeitung der Sterilisationsvorschriften für Raumfahrzeuge führen. Für das Jahr 2028 plant die NASA unter anderem Tests mit dem Raumfahrzeug Space Reactor-1 Freedom sowie der Sonde Psyche, die einen nahen Vorbeiflug am Mars absolvieren soll. Angesichts der Widerstandsfähigkeit von Aspergillus calidoustus sind Forscher möglicherweise gezwungen, ihre Strategien anzupassen, um die Sicherheit und den Erfolg künftiger Weltraummissionen zu gewährleisten. Bisherige Reinraumprotokolle könnten für diesen Organismus unzureichend sein.
Die Entdeckung der extremen Toleranz von Aspergillus calidoustus stellt die Raumfahrtforschung vor neue Herausforderungen, insbesondere im Hinblick auf die Verhinderung einer biologischen Kontamination anderer Planeten. Eine Anpassung der Sterilisationstechniken dient nicht nur dem Missionsschutz, sondern verhindert auch den möglichen Transfer irdischer Organismen auf fremde Himmelskörper – ein zentrales Anliegen der Astrobiologie. Dies unterstreicht die Bedeutung weiterer Forschung auf diesem Gebiet, angesichts der wachsenden Ambitionen der Menschheit bei der Erschließung des Weltraums.
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