Stalins Rückkehr auf die Leinwand: Wie der Kreml den Diktator rehabilitiert.

Stalins Rückkehr auf die Leinwand: Wie der Kreml den Diktator rehabilitiert
Stalins Rückkehr auf die Leinwand: Wie der Kreml den Diktator rehabilitiert

Dreharbeiten zu einem Stalin-Film

Nach Angaben von TSN.ua: In Russland hat die Produktion eines Films über Josef Stalin begonnen. Die Aufnahmen starteten am 25. Februar 2023 in der Oblast Leningrad – ein symbolträchtiges Datum. Genau 70 Jahre zuvor, am 25. Februar 1956, hatte Nikita Chruschtschow auf dem XX. Parteitag der KPdSU den Personenkult um Stalin verurteilt. Gedreht wird in Sankt Petersburg, Moskau und an der Schwarzmeerküste. Diese Neuverfilmung der Geschichte fällt in eine Zeit, in der der Kreml das Bild des sowjetischen Diktators systematisch aufwertet.

Der schwierige Umgang mit dem stalinistischen Erbe

Josef Stalin, der 1953 starb, bleibt eine der umstrittensten Figuren der russischen Geschichte. Seit dem Jahr 2000 wurden im Land etwa hundert Denkmäler für ihn errichtet. Diese Tendenz verstärkte sich nach der russischen Aggression gegen die Ukraine im Jahr 2014. Ein aktuelles Beispiel ist die Enthüllung eines Stalin-Basreliefs im Mai 2022 an der Moskauer Metrostation 'Taganskaja'. Die Rehabilitierung erfolgt somit auch im städtischen Raum.

Der bekannte Regisseur Wladimir Bortko kommentierte Stalins Einfluss auf Russland mit den Worten: 'In den letzten 30 Jahren wurde viel über Josef Wissarionowitsch gesprochen. Er hat unser Land aufgebaut, und von diesem Erbe zehren wir noch heute.' - Wladimir Bortko

Diese Aussage unterstreicht, welch hohen Stellenwert das stalinistische Vermächtnis für Teile der russischen Gesellschaft hat – trotz der bekannten Verbrechen seiner Herrschaft.

Im Dezember 2025 äußerte sich Wladimir Putin zur Wiederherstellung der Sowjetunion und bezeichnete dies als 'unsinnig'. Diese Aussage, zusammen mit Projekten wie dem Stalin-Film, zeigt, dass die Figur des sowjetischen Führers im politischen Diskurs Russlands nach wie vor präsent ist. Die Instrumentalisierung der Geschichte dient offenbar der Legitimierung gegenwärtiger Machtstrukturen.

Die Filmproduktion ist Teil einer breiteren Tendenz zur Rehabilitierung Stalins. Sie scheint in die strategische Ausrichtung des Kremls zu passen, nationale Identität zu formen und aktuelle Politik historisch zu untermauern. Vor dem Hintergrund des Krieges gegen die Ukraine kann die Deutung von Stalins Erbe genutzt werden, um patriotische Stimmungen in der Bevölkerung zu mobilisieren und autoritäre Führung als traditionell russisch darzustellen.


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