NASA plant eine neue Zeitzone für den Mars: Warum das für die Kolonisierung entscheidend ist.
Nach Angaben von ТСН: Forscher fordern, von den gewohnten irdischen Zeitstandards wie GMT oder EST abzurücken und eine neue Zeitzone speziell für den Mars zu schaffen. Der Grund liegt in den fundamentalen Gesetzen der Physik: Uhren auf dem roten Planeten gehen schneller als auf der Erde, was in Zukunft die Kommunikations- und Navigationssysteme beeinträchtigen könnte.
Physiker vom National Institute of Standards and Technology (NIST) in den USA haben festgestellt, dass Mars-Uhren täglich 477 Mikrosekunden schneller ticken als Erd-Uhren. Obwohl dieser Unterschied gering ist, wird der Mars im Laufe der Zeit die Erde alle zehn Jahre um 1,7 Sekunden überholen.
Dieses Phänomen wird durch die allgemeine Relativitätstheorie von Einstein erklärt, die besagt, dass Zeit im Universum keine Konstante ist.
Die Zeit vergeht langsamer, wo die Schwerkraft stark ist.
Die Zeit vergeht schneller, wo die Schwerkraft schwach ist.
Auf dem Mars ist die Schwerkraft etwa fünfmal geringer als auf der Erde, weshalb Astronauten auf dem roten Planeten etwas schneller "altern" als ihre Verwandten auf der Erde.
Nicht nur Theorie: Probleme für die Kolonisierung
Selbst ein so kleiner Unterschied wie ein Tausendstel der Zeit für ein Blinzeln kann ernsthafte Probleme für empfindliche Technologien verursachen. Forscher warnen, dass Fehler bei der Zeitmessung negative Auswirkungen auf die Kommunikations- und Navigationssysteme zukünftiger marsianischer Kolonien haben könnten.
„Wie bei modernen globalen Navigationssystemen wie GPS werden diese Systeme von präzisen Uhren abhängen“, erklärt Mitautor der Studie, Dr. Bijunath Patla, Physiker beim NIST.
Die Berechnung der Auswirkungen der Schwerkraft auf die Zeit auf dem Mars ist eine komplexe Aufgabe. Im Gegensatz zur Erde wird der Mars von den Gravitationskräften anderer Planeten, einschließlich Jupiter und Saturn, beeinflusst. Der Mars hat eine elliptischere (exzentrische) Umlaufbahn, die zu Änderungen der Entfernung zur Sonne und den benachbarten Planeten führt.
„Das Drei-Körper-Problem ist äußerst kompliziert. Jetzt haben wir es mit vier zu tun: der Sonne, der Erde, dem Mond und dem Mars … Seine Entfernung zur Sonne und die exzentrische Umlaufbahn führen zu einer Zunahme der Zeitvariationen“, sagte Dr. Patla.
Dies führt dazu, dass die Gravitation der Nachbarn während eines Marsjahres den Gang der Mars-Uhren um ganze 226 Mikrosekunden pro Tag ändern kann. Zum Vergleich: Uhren auf dem Mond ticken täglich 56 Mikrosekunden schneller als Erd-Uhren.
Navigation der Zukunft erfordert Genauigkeit
Obwohl die Mars-Uhren über 344 Jahre benötigen werden, um die Erd-Uhren um eine Minute zu überholen, ist dieser Unterschied für moderne Kommunikations- und Navigationssysteme wie GPS oder 5G von entscheidender Bedeutung.
„Es ist nützlich, die Fragen zu erforschen, die mit der Entwicklung von Navigationssystemen auf anderen Planeten und Monden verbunden sind, selbst wenn es noch viele Jahre dauern könnte, bis die ersten Mars-Kolonien entstehen“, fasste Dr. Patla zusammen.
Er betonte auch die Wichtigkeit der Vereinheitlichung von Zeitstandards für interplanetare Kommunikation. Angesichts potenzieller Reisen zum Mars in der Zukunft wird die Entwicklung präziser Navigationssysteme äußerst relevant sein, da sie eine Schlüsselrolle bei der Gewährleistung der Sicherheit und Effizienz von Kolonisationsmissionen spielen werden.
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