Tiefseeschock: Verbotene Gifte und Plastik in 1000 Metern Tiefe entdeckt.
Giftmüll in der Tiefsee: Eine Expedition findet alarmierende Spuren
Nach Angaben von TSN.ua: Eine Forschungsmission hat im Mittelmeer vor Sardinien beunruhigende Beweise für menschliche Zerstörungskraft gefunden. Im Caprera-Canyon, einem Unterwasser-Canyon in etwa 1000 Metern Tiefe, stießen die Wissenschaftler nicht nur auf weggeworfene Fischernetze und Plastikmüll, sondern auch auf Rückstände längst verbotener Chemikalien wie DDT. Dieses Pestizid ist seit den 1970er Jahren verboten, hält sich in der Umwelt aber hartnäckig. Die One Ocean Foundation setzt sich nun dafür ein, den Canyon zum Meeresschutzgebiet zu erklären, um das fragile Ökosystem vor weiterer Zerstörung zu bewahren.
Die Forscher betonen, dass der Caprera-Canyon eine wichtige ökologische Schnittstelle zwischen Frankreich und Italien darstellt, was ihn besonders anfällig für Störungen macht. 'Wir beobachteten eine seltene Population von Weichkorallen, die durch diese langen Fischereileinen völlig zerstört wurden', berichtete ein Mitglied des Teams. Diese Funde sind Teil eines globalen Trends: In den letzten Jahrzehnten sind bereits bis zu 50 Prozent der weltweiten Korallenriffe verschwunden – ein alarmierendes Zeichen für den Zustand der Ozeane.
Langzeitfolgen für das marine Leben
Die Forscherin Ginevra Boldrocchi wies darauf hin, dass DDT trotz des jahrzehntealten Verbots weiterhin in der Meeresumwelt nachweisbar ist und dort verheerend wirkt.
„Dieser Schadstoff beeinträchtigt Hormonhaushalt, Wachstum und Fortpflanzung der Meerestiere“, erklärte sie. Diese chemische Belastung, kombiniert mit der Lärmverschmutzung durch die Schifffahrt, setzt die Ökosysteme unter einen zusätzlichen, lebensbedrohlichen Stress, der dringende Gegenmaßnahmen erfordert.
Die Entdeckungen im Caprera-Canyon unterstreichen ein globales Problem: Die Verschmutzung der Ozeane dringt bis in die entlegensten Tiefen vor. Das Engagement von Organisationen wie der One Ocean Foundation ist daher entscheidend, um politische Veränderungen zum Schutz dieser einzigartigen Lebensräume anzustoßen. Der Fund zeigt deutlich, dass nur internationale Zusammenarbeit die fortschreitende Vermüllung und Vergiftung der Meere stoppen und die marine Biodiversität bewahren kann.
Die Diskussion über einen Schutzstatus für den Canyon könnte somit ein wegweisender Schritt sein, um diese Unterwasserwelt langfristig zu sichern.
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