Medizinstudium um jeden Preis: Indischer Student verstümmelt sich selbst.

Medizinstudium um jeden Preis: Indischer Student verstümmelt sich selbst
Medizinstudium um jeden Preis: Indischer Student verstümmelt sich selbst

Extremschritt für einen Studienplatz

Nach Angaben von TSN.ua: Die indische Polizei ermittelt in einem verstörenden Fall: Ein 20-jähriger Mann namens Suraj Bhaskar soll sich im Bundesstaat Uttar Pradesh eigenhändig ein Bein abgetrennt haben. Sein Motiv war vermutlich der Versuch, über eine Behindertenquote einen Platz an einer medizinischen Universität zu erhalten. Suraj hatte zweimal die schwere Aufnahmeprüfung NEET nicht bestanden und griff daraufhin zu dieser verzweifelten Maßnahme. In staatlichen Hochschulen sind fünf Prozent der Plätze für Menschen mit Behinderung reserviert – ein System, das unter enormem Druck steht.

Ermittlungen decken Täuschungsversuch auf

Die Ermittlungen begannen, nachdem Surajs älterer Bruder Akash Bhaskar einen mutmaßlichen Angriff angezeigt hatte. Die Polizei fand heraus, dass der Student bereits Monate zuvor vergeblich versucht hatte, einen Behindertenausweis zu beantragen. Ein medizinisches Gutachten bestätigte, dass die Amputation präzise durchgeführt wurde. Am Tatort wurden Spritzen mit möglichen Betäubungsmitteln gefunden, das abgetrennte Bein bleibt jedoch verschwunden. Der extreme Wettbewerb um Studienplätze in Indien treibt junge Menschen oft in die Verzweiflung.

Laut Polizei hat der Beschuldigte die Ermittler zunächst mit einer erfundenen Geschichte in die Irre zu führen versucht. Seine Aussagen hielten jedoch einer langen Befragung und der Beweislage nicht stand und er widersprach sich mehrfach. Der Fall hat in der indischen Öffentlichkeit eine Debatte über die immense Belastung durch Aufnahmeprüfungen und die Schwachstellen des Quotensystems ausgelöst. Es soll eigentlich Chancengleichheit fördern, ist aber anfällig für Missbrauch.

Dieser tragische Vorfall wirft ein grelles Licht auf die tiefgreifenden Probleme im indischen Bildungssystem. Der extreme Druck, der durch hochselektive Prüfungen wie den NEET entsteht, und der begrenzte Zugang zu qualitativ hochwertiger Ausbildung können Jugendliche zu solch verzweifelten Handlungen treiben. Die Diskussion konzentriert sich nun auf die Wirksamkeit der Quotenregelung, die zwar gut gemeint ist, aber offenbar nicht vor solchen tragischen Auswüchsen schützen kann.


Lesen Sie auch

Werbung