Umfrage zur Resilienz: Trotz Angriffen auf Energieversorgung bleibt große Mehrheit der Ukrainer am Wohnort.
Studie von Gradus zeigt hohe Standhaftigkeit
Nach Angaben von TSN.ua: Eine im Januar 2026 durchgeführte Befragung des Unternehmens Gradus ergab, dass 87 Prozent der Ukrainer ihren Wohnort trotz der Angriffe auf die Energieinfrastruktur nicht gewechselt haben. Die größte Mobilität zeigten die Bewohner der Ostukraine, wo 21 Prozent der Befragten zeitweise umgezogen sind. In Kiew liegt dieser Wert bei 18 Prozent. Von denen, die zur Migration gezwungen waren, zogen 60 Prozent innerhalb ihrer eigenen Oblast um, während 50 Prozent in eine andere Region der Ukraine übersiedelten. Diese Zahlen verdeutlichen den enormen Druck, unter dem die Zivilbevölkerung lebt, und dennoch den starken Willen, in der Heimat zu bleiben.
Was die Menschen zum Umzug bewegen könnte
Im Osten des Landes planen 16 Prozent der Befragten nicht, in ihre ursprünglichen Wohnorte zurückzukehren; im Norden sind es 22 Prozent. Trotz der schwierigen Bedingungen beabsichtigen weniger als 10 Prozent der Studienteilnehmer, die Ukraine in den nächsten sechs Monaten zu verlassen. Allerdings sind 43 Prozent der Befragten bereit, den Wohnort zu wechseln, sollte sich die Situation weiter verschlechtern.
Als Hauptgründe, die eine Ausreise erzwingen könnten, nannten die Teilnehmer:
- eine direkte Lebensgefahr;
- eine drohende oder erfolgte Besatzung;
- das völlige Fehlen von Lebensgrundlagen.
Faktoren, die einen Umzug innerhalb des Landes auslösen würden, sind hingegen:
- ein Absinken der Raumtemperatur unter 10°C;
- ein Ausfall von Strom, Wasser oder Heizung für mehr als 48 Stunden.
Die Daten zeigen, dass die Mehrheit der Ukrainer trotz aller Herausforderungen versucht, Stabilität in ihrem Leben zu bewahren.
Die Umfrageergebnisse belegen die Widerstandsfähigkeit der Ukrainer unter extremen Bedingungen. Die meisten planen keinen Wohnortwechsel, obwohl die Bedrohungslage anhält. Dies lässt auf den starken Wunsch schließen, familiäre Bindungen und soziale Strukturen auch im Krieg aufrechtzuerhalten.
Die gleichzeitig vorhandene Bereitschaft, bei einer weiteren Verschlechterung der Umstände umzuziehen, unterstreicht die harte Realität der Bürger und ihre Wachsamkeit gegenüber möglichen Risiken. Dies liefert einen wichtigen Kontext für das Verständnis der sozialen und wirtschaftlichen Trends in der Ukraine während des Krieges.
Lesen Sie auch
- Schulen in Henitschesk als Druckmittel: Besatzer zwingen Eltern zu Zahlungen an Russlands Armee
- Militärbehörden dürfen jetzt Wehrpflichtige zur Fahndung ausschreiben: Wer betroffen ist
- Neue Dokumentarerzählung über die Schlacht um Robotyne: 200 gefallene Namen festgehalten
- Finanzhilfe für Vertriebene: Welche Ukrainer Anspruch auf Unterstützung haben
- Frist naht sich: Ukrainer können rückwirkende Wohnbeihilfen beantragen
- Berechtigte ukrainische Senioren könnten eine zusätzliche Rentenaufstockung von 800 Hryvnia erhalten

