1972: Mit einer Atombombe gegen ein brennendes Gasfeld in der Ukraine – das sowjetische Experiment.

1972: Mit einer Atombombe gegen ein brennendes Gasfeld in der Ukraine – das sowjetische Experiment
1972: Mit einer Atombombe gegen ein brennendes Gasfeld in der Ukraine – das sowjetische Experiment

Operation ‚Fackel‘ – der erste nukleare Sprengsatz auf ukrainischem Boden

Nach Angaben von Espreso.tv: Im Jahr 1972 führte die Sowjetunion in der Region Charkiw eine atomare Sprengung durch, um ein außer Kontrolle geratenes Gasfeld zu schließen. Es war der erste industriell genutzte Kernwaffentest in der Ukraine. Ziel war die Abdichtung einer havarierten Bohrung im West-Krestischtschenski-Gaskondensatfeld, das Ende der 1960er Jahre entdeckt worden war. Die geschätzten Gasreserven dieses Feldes lagen zwischen 300 und 700 Milliarden Kubikmetern. Doch die Explosion brachte nicht den gewünschten Erfolg – im Gegenteil, sie verursachte gravierende Probleme.

Die Folgen der Detonation

Bereits im Juli 1971 hatte es auf dem Feld einen plötzlichen Ausbruch von Gaskondensat gegeben, bei dem zwei Ingenieure ums Leben kamen. Dieser Unfall machte die Gefahren der Bohrlochnutzung in der Region deutlich. Die eigentliche Explosion erfolgte am 9. Juli 1972 mit einer Sprengkraft von 3,8 Kilotonnen. Doch nur 20 Sekunden nach der Detonation entzündete sich die Gasfackel erneut. Endgültig gelöscht werden konnte sie erst im Juli 1973.

Die Bilanz der Operation ‚Fackel‘ war verheerend:

  • In einem Umkreis von 4 bis 5 Kilometern wurden Strahlungswerte von 1 bis 6 Gray gemessen – ein Beleg für eine starke radioaktive Verseuchung der Umgebung.
  • Das Bohrloch Nummer 35, das den Anlass für die Explosion gab, ist bis heute außer Betrieb – ein Zeichen für die anhaltenden Konsequenzen des nuklearen Eingriffs.

Die Aktion markiert einen wichtigen Abschnitt in der Geschichte der Kerntechnik in der Ukraine, zeigt aber auch, wie riskant der Einsatz von Atomwaffen zu industriellen Zwecken sein kann.

Die Operation ‚Fackel‘ bleibt eine eindringliche Mahnung zum Umgang mit nuklearen Technologien in der Industrie – ihre Auswirkungen sind bis heute spürbar. Quelle: Unbekannte Publikation

Dieser Vorfall verdeutlicht die Gefahren von Experimenten an der Grenze des technisch Machbaren und die Notwendigkeit einer strengen Überwachung solcher Vorhaben, um Katastrophen zu vermeiden. Bei der Bewertung dieses Ereignisses sollte der Gesellschaft bewusst sein, wie wichtig Sicherheit und ökologische Verantwortung in allen Bereichen sind, die mit gefährlichen Technologien zu tun haben.


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