Erster Kontakt mit Außerirdischen: Warum die Menschheit nur ihren letzten Schrei hören wird.

Erster Kontakt mit Außerirdischen: Warum die Menschheit nur ihren letzten Schrei hören wird
Erster Kontakt mit Außerirdischen: Warum die Menschheit nur ihren letzten Schrei hören wird

Nach Angaben von ТСН: Während Astronomen weltweit weiterhin nach Anzeichen extraterrestrischen Lebens suchen, hat einer der anerkannten Experten seine Sicht auf den möglichen ersten Kontakt der Menschheit mit einer alien Zivilisation geteilt. Er glaubt, dass dieser Moment ganz anders aussehen könnte, als in Hollywood-Filmen.

Diese Gedanken sind in einer Studie von Dr. David Kipping von der Columbia University dargelegt, die bald in der wissenschaftlichen Zeitschrift Monthly Notices of the Royal Astronomical Society veröffentlicht wird.

Eschatologische Hypothese

Laut der sogenannten eschatologischen Hypothese wird die erste extraterrestrische Zivilisation, die die Menschheit entdeckt, wahrscheinlich an einem Endpunkt ihrer Existenz stehen und sich in einem Zustand des Zusammenbruchs befinden. Der Wissenschaftler merkt an, dass Zivilisationen, ähnlich wie Sterne, oft ihre größte Aktivität im Moment des nahen Verschwindens zeigen.

"Das bedeutet, dass die ersten Außerirdischen, die die Menschheit trifft, 'ungewohnt laut' sein werden", sagt Kipping.

Seiner Meinung nach hat die Massenkultur in den Menschen verzerrte Erwartungen an einen möglichen Kontakt geschaffen.

"Hollywood hat uns gelehrt, entweder eine feindliche Invasion oder eine wohlwollende Zivilisation zu erwarten, die Weisheit teilt. Aber die eschatologische Hypothese sieht keines dieser Szenarien vor. In diesem Fall ist der erste Kontakt ein Treffen mit einer Zivilisation in Agonie, die chaotisch um ihr Überleben kämpft", erklärt der Wissenschaftler.

Lautstärke als Zeichen der Instabilität

Kipping betont, dass die Suche nach extraterrestrischem Leben denselben Mustern folgen sollte wie andere astronomische Entdeckungen. Die ersten gefundenen Objekte sind oft seltene und extreme Beispiele.

Um dies zu verdeutlichen, vergleicht er es mit dem Nachthimmel: Unter den Tausenden von Sternen, die mit bloßem Auge sichtbar sind, sind ein Drittel riesige Sterne in der Endphase ihres Lebens, die, obwohl sie sich in weniger als 10 % ihres Lebenszyklus befinden, aufgrund ihrer Helligkeit sichtbar sind. Ähnlich verhält es sich mit Supernovae.

"Daher sollten wir erwarten, dass die erste entdeckte außerirdische Zivilisation extrem laut sein wird. Ihr Verhalten wird untypisch sein, aber gerade durch diese 'Lautstärke' wird sie der wahrscheinlichste Kandidat für die Entdeckung sein", merkt er an.

Diese 'Lautstärke' kann mit einem lauten Gast auf einer Party verglichen werden: Die meisten Menschen verhalten sich leise, aber gerade die, die Lärm machen, ziehen die Aufmerksamkeit auf sich.

Dennoch hat diese 'Lautstärke' eine beunruhigende Erklärung. Reife Zivilisationen werden in der Regel sparsamer im Umgang mit Ressourcen. Wie ein modernes, gut isoliertes Haus sollte eine gesunde Zivilisation keine Energie verschwenden.

Folglich wird der erste Kontakt wahrscheinlich kein Versuch sein, mit den Menschen zu kommunizieren, sondern eher ein letzter Ruf einer sterbenden Zivilisation.

"Zum Beispiel würde ein atomarer Krieg eine enorme Energiemenge freisetzen, die sogar empfindliche Teleskope in anderen Sonnensystemen registrieren würden", sagt Kipping.

Der Wissenschaftler ist der Meinung, dass Forscher, anstatt sich auf bestimmte Sternensysteme zu konzentrieren, regelmäßig den gesamten Himmel scannen sollten, da kurze Signale oder anomale Veränderungen auf eine 'laute' Zivilisation im Zusammenbruch hinweisen könnten.

Obwohl diese Perspektive pessimistisch erscheinen mag, glaubt Kipping, dass dies die Chancen der Menschheit, Leben außerhalb der Erde zu entdecken, erheblich erhöhen könnte.

Fermi-Paradoxon

Das Fermi-Paradoxon stellt die Frage: Warum hat die Menschheit trotz der Existenz von etwa 200 bis 400 Milliarden Sternen und mindestens 100 Milliarden Planeten in unserer Galaxie noch keine Anzeichen außerirdischen Lebens bemerkt?

Dieses Paradox wurde 1950 vom italienischen Physiker Enrico Fermi formuliert, der sagte, dass es angesichts der Größenordnung des Universums seltsam sei, dass bisher kein Signal oder Projekt extraterrestrischen Ursprungs entdeckt wurde.

Fermi äußerte die Meinung, dass es eine gewisse Barriere geben könnte, die die Entwicklung intelligenter technischer Zivilisationen hemmt, genannt 'der große Filter'.

Dieser Filter könnte sowohl in der Vergangenheit liegen als auch auf uns in der Zukunft warten. Zum Beispiel glaubt Professor Brian Cox, dass der Fortschritt in Wissenschaft und Technologie schließlich zur Selbstzerstörung einer Zivilisation führen könnte.

"Vielleicht kann man die Welt nicht lenken, die das Potenzial hat, sich selbst zu zerstören. Die Entwicklung von Wissenschaft und Technik könnte die politische Verantwortung überholen, was zu Katastrophen führt", merkt Cox an.

Zu anderen Erklärungen des Fermi-Paradoxons gehören die zu großen Entfernungen zwischen Zivilisationen und die Existenz der Zootopien-Hypothese, wonach intelligentes extraterrestrisches Leben bewusst den Kontakt zur Erde vermeidet.

Somit könnte die Suche nach außerirdischem Leben neue Ansätze und ein besseres Verständnis erfordern, welche Anzeichen auf solche Zivilisationen hinweisen könnten.


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