15.800 Jahre alter Hundefund in der Türkei: Frühester Beleg für Domestizierung.
Sensationsfund in Zentralanatolien: Der älteste Haushund der Welt
Nach Angaben von TSN.ua: In der archäologischen Stätte Pınarbaşı in der heutigen Türkei haben Forscher die Überreste eines Hundes entdeckt, die auf ein Alter von etwa 15.800 Jahren datiert werden. Dieser Fund gilt nun als der früheste bekannte Nachweis für die Domestizierung des Hundes und verschiebt die bisherigen Annahmen zur Zähmung dieser Tiere um mehr als fünftausend Jahre in die Vergangenheit. Die Analyse der Knochen belegt eine enge Verbindung zwischen diesen frühen Hunden und dem Leben der damaligen Jäger und Sammler.
Genetische Spuren und gemeinsame Ernährungsgewohnheiten
Die genetische Untersuchung des türkischen Hundes zeigt eine direkte Verbindung zu einem etwa 14.300 Jahre alten Hundefund aus der Gough-Höhle in Großbritannien. Dies untermauert die These, dass Hunde bereits in dieser Epoche fest in den Alltag der Menschen integriert waren. Zusätzlich ergab eine Isotopenanalyse, dass die Tiere, genau wie ihre menschlichen Begleiter, Fisch aßen – ein klares Indiz für eine gemeinsame Ernährung und damit für ein enges Zusammenleben.
Die Ausgrabungen belegen zudem, dass Welpen zusammen mit Menschen bestattet wurden, was auf eine tiefe emotionale Bindung zwischen Mensch und Tier in der Altsteinzeit hindeutet. Die DNA-Analyse von 216 alten Hunden förderte 14 bisher unbekannte Individuen zutage, die alle der westeurasischen genetischen Linie angehören. Diese Entdeckung eröffnet völlig neue Perspektiven für die Erforschung der Domestikationsgeschichte des Hundes.
Die Ergebnisse untermauern, dass der Prozess der Domestizierung des Hundes bereits im Paläolithikum begann und unterstreichen die uralte Geschichte der Interaktion zwischen Menschen und Hunden.
Die Bedeutung dieses Fundes für das Verständnis der Mensch-Tier-Beziehung kann kaum überschätzt werden. Er zeigt, wie früh der Mensch begann, Hunde in seinen Lebensalltag zu integrieren, und deutet auf eine frühe Form der artübergreifenden Zusammenarbeit hin. Zukünftige Forschungen könnten nun die genetische Vielfalt der frühen Hunde und ihre spezifische Rolle in den verschiedenen menschlichen Gemeinschaften der Vorgeschichte noch genauer beleuchten.
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