Österreichischer Anwalt als Mittler im Ukraine-Geschäft von Lukoil enttarnt.

Österreichischer Anwalt als Mittler im Ukraine-Geschäft von Lukoil enttarnt
Österreichischer Anwalt als Mittler im Ukraine-Geschäft von Lukoil enttarnt

Verflechtungen im Energiegeschäft aufgedeckt

Nach Angaben von Espreso.tv: Eine gemeinsame Recherche von 'Slidstvo.Info' und dem 'Zentrum für Korruptionsbekämpfung' hat Verbindungen zwischen dem österreichischen Rechtsanwalt Johannes Klezl-Norberg, dem russischen Geschäftsmann Alexander Matitsin und der Firma 'Amik Ukraine' offengelegt. Letztere steht im Verdacht, mit dem russischen Ölkonzern Lukoil zu kooperieren. Klezl-Norberg hält 25,1 Prozent der Anteile an 'Amik Ukraine' und führt das Unternehmen seit über einem Jahrzehnt. Matitsin wiederum fungiert als erster Vizepräsident für Finanzen bei Lukoil und leitet seit mehr als 26 Jahren die 'Lukoil International GmbH'.

Klezl-Norberg gründete die 'A.Reales Holdings GmbH' im Juli 2008 und war bis Juni 2018 deren Geschäftsführer. Im Jahr 2015 erwarb die Firma 'Amic Energy' rund 240 Tankstellen und Öllager von Lukoil in der Ukraine. Im August 2022 wurden dieses Tankstellennetz, Lagerhäuser, Grundstücke sowie die dazugehörigen Unternehmensrechte beschlagnahmt. Zwischen 2016 und 2021 schütteten die betroffenen Unternehmen Dividenden an Firmen im Ausland aus, deren wirtschaftliche Eigentümer letztlich die Russische Föderation sind. Dabei wurden Gelder in Höhe von über einer Milliarde Griwna legalisiert.

Stellungnahmen und Risiken

Klezl-Norberg zog sich 2018 aus den Geschäften von Matitsin zurück. In einer Stellungnahme erklärte er:

„Meine Beteiligung an der A. Reales Holding GmbH beschränkte sich auf die Erbringung üblicher Rechtsdienstleistungen“
. Zudem betonte er:
„Keiner dieser Journalisten hat jemals Kontakt zu mir aufgenommen“
und bestätigte: „Ich war tatsächlich Geschäftsführer einer Firma, die Herrn Matitsin gehört.“ Abschließend sagte Klezl-Norberg: „Ich hätte das auch ohne eine solche Aufforderung getan.“

Unter der Adresse von Klezl-Norberg sind 28 juristische und eine natürliche Person registriert. Diese Fakten weisen auf mögliche Risiken und komplexe Verbindungen zwischen Schlüsselfiguren der Energiewirtschaft hin. Sie lenken die Aufmerksamkeit auf die Frage nach Transparenz und Legalität von Geschäftsaktivitäten in der Ukraine. Die Offenlegung solcher Netzwerke zeigt, wie eng russische und ukrainische Wirtschaftskreise trotz des Krieges noch immer verflochten sein können.

Der Fall unterstreicht die Notwendigkeit von Offenheit in der Wirtschaft, insbesondere im Kontext internationaler Beziehungen und Investitionen. Die aufgedeckten Verflechtungen zwischen ukrainischen und russischen Unternehmern könnten schwerwiegende Folgen für Aufsichtsbehörden haben, die die Aktivitäten von in der Ukraine tätigen Firmen genau prüfen müssen. Angesichts des anhaltenden Krieges und der Wirtschaftssanktionen gegen russische Unternehmen könnten solche Untersuchungen zum Katalysator für tiefgreifendere Reformen im Bereich der Unternehmensführung und Korruptionsbekämpfung werden.


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