Umfrage zur Kriegslösung: Nur Minderheit der Ukrainer für Gebietsabtretungen.
Mehrheit lehnt Landabtretungen kategorisch ab
Nach Angaben von TSN.ua: Eine Umfrage des Kiewer Internationalen Instituts für Soziologie (KIIS) zeigt eine klare Haltung der ukrainischen Bevölkerung: Der Großteil hält territoriale Zugeständnisse für keinen gangbaren Weg zum Frieden. 54% der Befragten lehnen einen solchen Tausch kategorisch ab. Lediglich 39% könnten sich unter bestimmten Bedingungen darauf einlassen – fordern dann aber konkrete Sicherheitsgarantien.
Die Ablehnung in der Bevölkerung ist tief verwurzelt. 35% der Befragten sind überzeugt, dass Russland seine Aggression auch nach Gebietsgewinnen fortsetzen würde. Weitere 33% argumentieren verfassungsrechtlich und halten jeden Handel mit Staatsgebiet für unzulässig. Für viele Ukrainer sind territoriale Zugeständnisse somit nicht nur moralisch verwerflich, sondern auch rechtlich fragwürdig.
Bedingungen der Kompromissbereiten
Die Minderheit, die Gebietsabtretungen in Erwägung zieht, stellt klare Forderungen an die internationale Gemeinschaft:
- 24% verlangen verbindliche rechtliche Zusagen und praktische Schutzmechanismen.
- 21% fordern die Stationierung westlicher Truppen in der Ukraine.
- 18% sehen die Lieferung von Waffen, einschließlich Langstreckenraketen, als Voraussetzung.
Zugleich äußern 25% der Befragten ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber dem Westen. Sie verweisen auf das gescheiterte Budapester Memorandum, das 1994 die territoriale Unversehrtheit der Ukraine garantieren sollte. Dies unterstreicht die Skepsis gegenüber reinen Zusicherungen.
Die Studie offenbart somit eine tiefe gesellschaftliche Spaltung in einer existenziellen Frage. Während die Mehrheit Gebietsverluste ablehnt, knüpft die kompromissbereite Minderheit ihre Zustimmung an harte Sicherheitsgarantien und militärische Unterstützung.
Die Ergebnisse spiegeln die angespannte Lage wider: Nach Jahren des Krieges ist in der ukrainischen Gesellschaft die Bereitschaft, Land aufzugeben, äußerst gering. Das Misstrauen in internationale Abkommen, das durch historische Erfahrungen genährt wird, stellt eine erhebliche Hürde für Friedensverhandlungen dar. Für viele Ukrainer muss jede Lösung glaubhaft verhindern, dass sich die Geschichte wiederholt.
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