Tropenfieber Chikungunya erreicht Europa: Klimawandel als Wegbereiter.
Klimawandel als Treiber für Infektionskrankheiten
Nach Angaben von TSN.ua: Der Klimawandel verändert die Verbreitungsgebiete von Krankheitserregern dramatisch. Ein Beispiel ist das tropische Chikungunya-Fieber, das heute in weiten Teilen Europas zirkulieren kann. Grund sind neue Temperaturbedingungen, die die Übertragung begünstigen. Laut einer Studie im Journal of the Royal Society Interface liegt die minimale Temperatur für eine Infektionsübertragung nun bei nur noch 13–14°C. Dieser kritische Schwellenwert ist damit deutlich niedriger als früher angenommen, wo man von 16–18°C ausging.
Längere Gefahrenperioden in immer mehr Regionen
In Südeuropa – etwa in Spanien, Portugal, Italien und Griechenland – herrschen mittlerweile Bedingungen, die eine Übertragung des Chikungunya-Virus über mehr als sechs Monate im Jahr ermöglichen. In Belgien, Frankreich, Deutschland und der Schweiz dauert die potenzielle Infektionsperiode jährlich drei bis fünf Monate. Selbst im Südosten Englands können die Bedingungen für eine Virusverbreitung etwa zwei Monate lang gegeben sein. Diese verlängerten Zeitfenster erhöhen das Risiko lokaler Ausbrüche erheblich.
Die Bedrohung ist bereits Realität: In Frankreich und Italien wurden 2025 Ausbrüche mit Hunderten Infizierten registriert. In Großbritannien wiederum hat man von Januar bis Juni 2025 insgesamt 73 importierte Fälle der Krankheit nachgewiesen. Diese Entwicklungen zeigen, dass der Klimawandel nicht nur Ökosysteme verändert, sondern auch konkrete neue Herausforderungen für die europäische Gesundheitsvorsorge schafft.
Die Verbreitungsdaten zum Chikungunya-Virus unterstreichen die dringende Notwendigkeit, die Gesundheitssysteme an die durch den Klimawandel geschaffenen neuen Realitäten anzupassen.
Da die Temperaturen in Europa weiter steigen, müssen die Länder umgehend Maßnahmen zur Überwachung und Kontrolle solcher Infektionskrankheiten ergreifen, um möglichen Epidemien vorzubeugen. Dies erfordert auch eine verstärkte internationale Zusammenarbeit, um wirksam auf die neu entstehenden Gesundheitsgefahren reagieren zu können. Die Prävention muss jetzt beginnen.
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