Kiewer Stadtrat geißelt U-Bahn-Preisexplosion: bis zu 46.000 Griwna Mehrkosten pro Jahr drohen.
Scharfe Kritik an drastischer Tariferhöhung in der Metro
Nach Angaben von Novyny.live: Leonid Jemez, Abgeordneter im Kiewer Stadtrat, hat die geplante Vervierfachung der Fahrpreise in der U-Bahn scharf verurteilt. Er spricht von einem „unverantwortlichen Umgang mit den Bürgern“. Die Nutzer der Metro seien oft keine Wohlhabenden, sondern Lehrer, medizinisches Personal und andere Berufstätige, die täglich auf die U-Bahn angewiesen seien und sich kein Auto leisten könnten. Jemez warnt vor gravierenden finanziellen Folgen für diese Bevölkerungsgruppen.
Hintergrund: Kredite, Rüstung und soziale Schieflage
Erst am 18. Juni hatte der Stadtrat einen Kredit über 150 Millionen Euro für den Kauf von 50 neuen U-Bahn-Waggons bewilligt, um die veraltete Infrastruktur zu modernisieren. Gleichzeitig stellten die Abgeordneten zwei Milliarden Griwna für das Programm „Beschützer von Kiew“ bereit, das der Sicherheit und Verteidigung der Stadt dient. In diesem Jahr flossen bereits drei Milliarden Griwna aus dem Stadtsäckel zur Unterstützung von Kampfeinheiten. Vor diesem Hintergrund, so Jemez, drohe eine unsoziale Schieflage: Die Kosten für den öffentlichen Nahverkehr könnten auf jährlich 23.000 bis 46.000 Griwna pro Person steigen – eine enorme Belastung für die Haushalte vieler Kiewer.
Der Politiker appelliert an die Stadtverwaltung, die sozialen Folgen eines solchen Tarifsprungs nicht zu ignorieren. Die Debatte verdeutliche den grundlegenden Konflikt zwischen notwendigen Infrastrukturinvestitionen, Ausgaben für die Verteidigung und der finanziellen Zumutbarkeit für die Bevölkerung. In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit sei ein ausgewogener Ansatz, der die Bedürfnisse der Menschen in den Mittelpunkt stellt, dringender denn je.
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