Wie Verbraucher mit Bio-Siegeln und Natur-Versprechen getäuscht werden.

Wie Verbraucher mit Bio-Siegeln und Natur-Versprechen getäuscht werden
Wie Verbraucher mit Bio-Siegeln und Natur-Versprechen getäuscht werden

Emotionale Fallen im Supermarktregal

Nach Angaben von Novyny.live: Die Warenkundlerin Lilija Bystryzka erklärt, mit welchen Tricks Hersteller gezielt die Gefühle der Käufer ansprechen. Sie setzen dabei auf Begriffe wie 'öko', 'bio' oder 'natürlich', die als emotionaler Auslöser wirken und die Kaufentscheidung stark beeinflussen können. Diese Worte suggerieren Umweltfreundlichkeit und Gesundheit, unabhängig vom tatsächlichen Inhalt.

Im ukrainischen Einzelhandel sind Aufschriften wie 'öko' oder 'bio' oft nicht zertifiziert, was Zweifel an der tatsächlichen Qualität und Herkunft aufkommen lässt. Hersteller heben gerne eine einzelne 'gesunde' Zutat hervor, während andere Bestandteile weniger erwünscht sein können. Auch Begriffe wie 'von Bauernhöfen', 'hausgemacht' oder 'traditionell' werden ohne klare Herkunftsnachweise verwendet und können so den Verbraucher in die Irre führen. Solche Praktiken sind in vielen Märkten verbreitet und nutzen das gestiegene Gesundheits- und Umweltbewusstsein aus.

Woran erkennt man echte Qualität?

Laut Oleg Trubinez, einem weiteren Experten für Warenkunde, gehört natives Olivenöl extra (Extra Virgin Olive Oil) zu den wenigen Produktkategorien, die strenge ökologische und qualitative Kriterien klar definiert erfüllen. Sein Beispiel zeigt: Nicht alles, was als 'öko' oder 'bio' beworben wird, hält diesen Maßstab auch stand.

Diese Marketingstrategien zielen primär darauf ab, Aufmerksamkeit zu erregen und den Absatz zu steigern. Sie lassen dabei bewusst Raum für Zweifel an der tatsächlichen Produktqualität. Ein Beispiel für Preispolitik im Trendumfeld: In der Filiale der Handelskette ATB kostete im Jahr 2026 ein einzelnes Hühnerei 6,39 UAH.

Verbrauchern wird daher geraten, die Angaben auf Verpackungen kritisch zu hinterfragen, um sich nicht von emotionalen Trigger-Begriffen leiten zu lassen und eine bewusste Wahl zu treffen.

Angesichts der inflationären Verwendung von Öko-Begriffen ist es für Verbraucher entscheidend zu verstehen, dass nicht jedes so bezeichnete Produkt den vermittelten Standards entspricht. Dies unterstreicht die dringende Notwendigkeit klarer Zertifizierungs- und Qualitätskontrollmechanismen auf dem Markt. Nur so kann eine Täuschung der Verbraucher vermieden und ihr Recht auf eine informierte Entscheidung gewahrt werden. Marktstudien und Aufklärungskampagnen können helfen, sich im Dschungel der 'Bio'- und 'Öko'-Versprechen besser zurechtzufinden.

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