Ungarn und Slowakei blockieren 20. Sanktionsrunde der EU gegen Russland.
Neue EU-Sanktionen gegen Russland in der Warteschleife
Nach Angaben von TSN.ua: Die Europäische Union hat ihren 20. Sanktionspaket gegen Russland ausgearbeitet. Ein zentraler Punkt ist ein Verbot von Hafendienstleistungen für den Export von russischem Rohöl. Die Verabschiedung scheiterte jedoch am Veto Ungarns und der Slowakei. Der Hintergrund ist die Unterbrechung der Pipeline "Druschba" nach einem russischen Raketen- und Drohnenangriff am 27. Januar, der zu einer Beschädigung führte.
Ungarns umstrittene Rolle in der Ukraine-Politik
Beide Länder haben zudem ihre Diesel-Lieferungen in die Ukraine eingestellt. Budapest unterbrach jedoch nicht die Stromversorgung. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha forderte Ungarn auf, sich direkt an Russland zu wenden. Unter Ministerpräsident Viktor Orbán blockierte Ungarn zudem ein EU-Kreditpaket für die Ukraine in Höhe von 90 Milliarden Euro. Orbán regiert das Land seit 16 Jahren; die nächsten Parlamentswahlen sind für den 12. April angesetzt.
Die regierende Fidesz-Partei führt in Umfragen vor der oppositionellen Tisza-Partei von Péter Magyar mit 20 Prozentpunkten. Ungarische Beamte betonen, ihr Streit gelte nicht der ukrainischen Bevölkerung, sondern dem Staat.
„Ungarn will den Ungarn in Transkarpatien nicht schaden“, erklärte Außenminister Péter Szijjártó.Die Entwicklungen zeigen, wie sehr innenpolitische Faktoren in der Region die europäische Einheit und die ukrainische Energiesicherheit belasten. Die Blockade der Sanktionen durch Budapest und Bratislava offenbart die wirtschaftlichen Abhängigkeiten und politischen Spannungen innerhalb der EU angesichts des russischen Angriffskriegs. Die Lage um die "Druschba"-Pipeline und die eingestellten Energielieferungen gefährden die Versorgungssicherheit. Die bevorstehenden Wahlen in Ungarn könnten die außenpolitische Linie des Landes weiter beeinflussen, da die Regierung zwischen nationalen Interessen und europäischen Verpflichtungen laviert. Diese Vorgänge haben somit potenziell langfristige Folgen für die Stabilität in Mittel- und Osteuropa.
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