FabLabs an Hochschulen: Warum Deutschlands Industrie offene Werkstätten braucht.

FabLabs an Hochschulen: Warum Deutschlands Industrie offene Werkstätten braucht
FabLabs an Hochschulen: Warum Deutschlands Industrie offene Werkstätten braucht

Warum offene Werkstätten für die Industrieentwicklung entscheidend sind

Nach Angaben von Novyny.live: Für die Entwicklung einer eigenständigen Industrie ist die Einrichtung offener Ingenieurwerkstätten, sogenannter FabLabs, an Universitäten unerlässlich. Dies betonte Wiktor Jegorow, stellvertretender Direktor für wissenschaftliche Arbeit am Institut für Angewandte Systemsteuerung der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine. Ein FabLab, oder Fabrication Laboratory, ist eine offene Werkstatt für digitale Fertigung, die Studierenden und Forschenden Zugang zu modernsten Technologien und Werkzeugen bietet. Solche Labore sind Keimzellen für Innovation und praktische Ingenieursausbildung.

Die Idee der FabLabs entstand Anfang der 2000er Jahre am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Dort startete Professor Neil Gershenfeld am MIT Center for Bits and Atoms den Kurs "How to Make (Almost) Anything". Typischerweise kommen in diesen Laboren Geräte wie 3D-Drucker, CNC-Fräsen, Lasercutter und andere Werkzeuge zum Einsatz, mit denen Ideen und Projekte in die physische Realität umgesetzt werden können.

Wiktor Jegorow wies darauf hin, dass die ursprüngliche Idee des FabLabs sehr konkret war: Menschen den Zugang zu derselben Klasse von Werkzeugen zu geben, die auch Ingenieure und Wissenschaftler nutzen.

Allerdings, so seine Kritik, würden die entscheidenden Phasen des Scheiterns, der Wiederholung, des Schneidens, Lötens und Testens von Dutzenden Prototypen oft übersehen. Dies unterstreiche, wie wichtig es ist, FabLabs vollständig in den Lehr- und Forschungsbetrieb der Hochschulen zu integrieren.

Die Verantwortung von Staat, Hochschulen und Wirtschaft

Eine klare Industriepolitik des Staates, die solche digitalen Fertigungslabore durch gezielte Programme fördert, ist ebenso wichtig. Die Universitäten ihrerseits müssen Räumlichkeiten, eine Grundfinanzierung und die Einbindung dieser Werkstätten in den Lehrplan sicherstellen. Zivilgesellschaftliche Organisationen und Wirtschaftspartner können die Entwicklung durch folgende Beiträge unterstützen:

  • Fördergelder und Grants,
  • die Bereitstellung von Geräten,
  • Mentoring-Programme,
  • sowie gemeinsame Projekte.

Dies würde die Entwicklung der Ingenieurlabore maßgeblich voranbringen.

Wiktor Jegorow warnte zudem davor, den Fokus eines FabLabs zu sehr auf wirtschaftliche Aspekte zu legen: Wird versucht, das Labor in ein reines Geschäftsmodell zu verwandeln, verlagert sich der Schwerpunkt weg von Experiment und Bildung hin zu kurzfristigen Einnahmen.

Er machte auch auf die oft instabile Unterstützung durch die Hochschulleitung aufmerksam: Heute gebe es vielleicht Räume, Veranstaltungen, Partnerschaften und neue Geräte, doch ein Wechsel in der Administration könne bedeuten, dass das Projekt plötzlich ohne Ressourcen und ohne Planungssicherheit für die kommenden Jahre dasteht.

Die Einrichtung von FabLabs an Hochschulen kann eine neue Generation von Ingenieuren und Fachkräften prägen, die sich schnell an ein sich wandelndes technologisches Umfeld anpassen können. Dies fördert nicht nur die individuellen Fähigkeiten der Studierenden, sondern stärkt auch das Innovationspotenzial der heimischen Industrie. In einer globalisierten und wettbewerbsintensiven Welt ist es für Bildungseinrichtungen entscheidend, moderne Technologien in die Lehre zu integrieren und eine enge Zusammenarbeit mit Wirtschaft und staatlicher Politik zu pflegen.


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